Prinzenproklamation
In Gedanken bei den Terror-Opfern

Münster -

Prinz Bernard Homann wurde am Samstag auf dem Prinzipalmarkt als neues Narrenoberhaupt vorgestellt und proklamiert. Die Auftaktveranstaltung des Bürgerausschusses Münsterscher Karneval stand unter dem Eindruck des Trauers um die Opfer von Paris.

Sonntag, 15.11.2015, 18:11 Uhr

In einem Horch-Oldtimer von 1938 fuhr Prinz Bernard Homann zu seiner Proklamation auf dem Prinzipalmarkt vor. Auch seine Gardisten ließen sich in historischen Fahrzeugen zur Auftaktveranstaltung chauffieren.
In einem Horch-Oldtimer von 1938 fuhr Prinz Bernard Homann zu seiner Proklamation auf dem Prinzipalmarkt vor. Auch seine Gardisten ließen sich in historischen Fahrzeugen zur Auftaktveranstaltung chauffieren. Foto: Helmut Etzkorn

Die unbeschwerte Freude, Kennzeichen einer jeden Prinzenproklamation zum Auftakt der närrischen Session, fehlte am Samstagmorgen auf der Prinzipalmarkt-Bühne.

„Wir sind in den Gedanken bei den Opfern und müssen Flagge zeigen gegen den Terrorismus “ meinte Bürgerausschuss-Vize Helge Nieswandt , der die Karnevalsauftaktveranstaltung vor dem Rathaus angesichts der vielen Opfer bei den Pariser Terroranschlägen mit einer Schweigeminute eröffnete. Man wolle aber auch ein „klares Zeichen des Zusammenhalts setzen“, so Nieswandt weiter. Prinz Bernard Homann , der sich so auf den Tag gefreut hatte und in einem offenen Horch-Oldtimer von 1938 vorfuhr, trug sich direkt nach seiner Inthronisierung in eine Kondolenzliste ein, die neben der Rathaustreppe ausgelegt war.

Münster: Entsetzen nach Anschlägen von Paris

„Wenn wir die Veranstaltung heute absagen, spielen wir denjenigen in die Hände, die unsere Werte zerstören wollen. Dazu zählt auch die Brauchtumspflege“, so Homann. Trotzdem könne man nicht einfach zur Tagesordnung gehen, meinte der Prinz Karneval und beschränkte sich auf einen kurzen Liedbeitrag.

Oberbürgermeister Markus Lewe hatte nach eigenen Angaben „lange überlegt“, ob er überhaupt zwölf Stunden nach den verheerenden Anschlägen auf eine karnevalistische Bühne mitten in der Stadt gehen dürfe. „Aber wir lassen uns die Freiheit nicht kaputtmachen und sollten Zeichen gegen den Terror setzen“, so Lewe.

Auch das Stadtjugendprinzenpaar änderte die lang vorbereitete Rede. Leon und Jule seien „in Gedanken bei den Opfern“. Tanz, Gesang und Präsentation fielen insgesamt dezenter aus, auch wenn man ganz bewusst nicht alles abgesagt hat. Highlights waren der Loren-tanz von Cinzia Falcone, ein Gardetanz der Aasee-Nixen, die närrischen Liedermacher „Kraut und Rübe“ sowie die Stadtwache mit ihrer Lore Jennifer Burgemeister.

Prinzenproklamation 2015 in Münster im Schatten der Pariser Terroranschläge

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  • Prinzenproklamation am 14. November 2015 in Münster.

    Foto: Helmut Etzkorn
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  • Prinzenproklamation am 14. November 2015 in Münster.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Prinzenproklamation am 14. November 2015 in Münster.

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  • Prinzenproklamation am 14. November 2015 in Münster.

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  • Prinzenproklamation am 14. November 2015 in Münster.

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  • Prinzenproklamation am 14. November 2015 in Münster.

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  • Prinzenproklamation am 14. November 2015 in Münster.

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  • Prinzenproklamation am 14. November 2015 in Münster.

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  • Prinzenproklamation am 14. November 2015 in Münster.

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  • Prinzenproklamation am 14. November 2015 in Münster.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Prinzenproklamation am 14. November 2015 in Münster.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Parallel zur Prinzenproklamation legten viele Betroffene Blumen vor dem Rathaus ab.

    Foto: Markus Lehmann
  • Parallel zur Prinzenproklamation legten viele Betroffene Blumen vor dem Rathaus ab.

    Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Helmut Etzkorn
  • Foto: Helmut Etzkorn
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  • Foto: Helmut Etzkorn
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Viele Passanten und die Abordnungen der 30 münsterischen Gesellschaften, die mit Fahnen und Kostümen erschienen waren, begrüßten die Entscheidung des Bürgerausschusses, die in einer eilig einberufenen Nachtsitzung des Präsidiums getroffen wurde.

Viele Passanten waren allerdings auch überrascht und verständnislos, wie man kurz nach den Terror-Anschlägen „einfach so auf der Bühne fröhlich weiterfeiern könne“.

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