Kein Börsengang
Armacell soll verkauft werden

Münster -

Der geplante Börsengang des münsterischen Dämmstoff-Herstellers Armacell ist nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters vom Tisch. Das Unternehmen soll direkt verkauft werden.

Donnerstag, 19.11.2015, 21:11 Uhr

Eine Produktionsstraße am Standort Münster, wo rund 500 der weltweit 2400 Mitarbeiter arbeiten.
Eine Produktionsstraße am Standort Münster, wo rund 500 der weltweit 2400 Mitarbeiter arbeiten. Foto: Matthias Ahlke

Beim Dämmstoff-Hersteller Armacell ist der geplante Börsengang nach Meldung der Nachrichtenagentur Reuters vom Tisch. Der britische Finanzinvestor Charterhouse, dem das münsterische Unternehmen seit 2013 gehört, wolle Armacell stattdessen direkt verkaufen, wie es aus Insiderkreisen heißt. Die Investmentbank Rothschild, die die Auktion organisiere, erwarte die ersten Gebote an diesem Freitag.

Erwartet werde, dass vor allem Finanzinvestoren wie Blackstone, Carlyle (eine der größten privaten Beteiligungsgesellschaften weltweit) und Tower Brook den Hut in den Ring werfen. Die Offerten dürften laut Reuters bei bis zu einer Milliarde Euro liegen, was dem bis zu Zehnfachen des erwarteten Betriebsergebnisses entspräche.

Armacell wollte am Donnerstag hierzu keine Stellungnahme abgeben. „Wir äußern uns nicht zu Marktgerüchten“, so Unternehmenssprecherin Susan Krambo. Generell würden aber alle Optionen für eine erfolgreiche Unternehmens-Entwicklung geprüft.

Charterhouse hatte für Armacell vor zwei Jahren mehr als 500 Millionen Euro an die Beteiligungsgesellschaft Investcorp aus Bahrain gezahlt.

Die Unternehmensführung hatte bei der Vorstellung des letzten Geschäftsergebnisses die Fortsetzung des internationalen Wachstumskurses betont. Das Unternehmen, ein weltweit führender Hersteller von flexiblen Dämmstoffen im Bereich der Anlagenisolierung und der technischen Schäume, steigerte seinen Nettoumsatz um 8,8 Prozent auf 452,2 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen kletterte um 9,6 Prozent auf 71,2 Millionen Euro.

Weltweit beschäftigt Armacell 2400 Mitarbeiter, rund 500 in der europäischen Zentrale in Münster, wo sich auch die Forschungsabteilung befindet. Produktionsstätten gibt es weltweit in 15 Ländern auf vier Kontinenten.

Dieses Fazit zieht Armacell aus Münster für das Geschäftsjahr 2014. Das Unternehmen, ein weltweit führender Hersteller von flexiblen Dämmstoffen im Bereich der Anlagenisolierung und der technischen Schäume, steigerte seinen Nettoumsatz um 8,8 Prozent auf 452,2 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte um 9,6 Prozent auf 71,2 Millionen Euro, das bereinigte EBITA stieg um 8,7 Prozent auf 56,1 Millionen Euro.

Wichtige Treiber der Entwicklung war die wachsende Nachfrage in der Bauindustrie. Auch werden immer mehr bestehende Isolierungen durch neue Hochleistungs-Dämmstoffe ersetzt. In aufstrebenden Märkten ist Armacell noch stärker präsent. Dazu zählt die Golf-Region. Armacell-Produkte kamen zum Beispiel in renommierten Bauprojekten wie dem „Burj al Arab“ und dem „Atlantis Hotel“ zum Einsatz. In Korea haben die Münsteraner einen langjährigen Vertriebspartner und führenden Anbieter technischer Dämmstoffe übernommen.

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