Interview mit ZdK-Präsident Thomas Sternberg
„Überrascht und erfreut“

Münster -

Überraschend deutlich ist der münsterische CDU-Landtagsabgeordnete und Direktor der Bistumsakademie Franz-Hitze-Haus, Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg, am Freitag zum neuen Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken gewählt worden. Kurz nach der Wahl befragte ihn unser Redaktionsmitglied Johannes Loy zu seinen Empfindungen und zu den ersten Schritten im neuen Amt.

Freitag, 20.11.2015, 19:11 Uhr

Der neue ZdK-Präsident Thomas Sternberg
Der neue ZdK-Präsident Thomas Sternberg Foto: Günter Benning

Was gilt es nun als Erstes zu tun?

Sternberg: Wir werden uns zunächst mit dem Präsidium zusammensetzen, das ja schon seit zwei Jahren amtiert, und die nächsten Schritte in Ruhe überlegen.

Sie sind zunächst für zwei Jahre gewählt, wird es dann für Sie weitergehen?

Sternberg: Natürlich stellt man sich bei einer solchen Wahl jetzt nicht einfach nur für zwei Jahre zur Verfügung. Zunächst bin ich für diese Frist gewählt. Was dann wird, wird sich zum rechten Zeitpunkt weisen.

Sie wollen das Direktoren-Amt im Hitze-Haus aufgeben, bleibt Münster dann Ihr Lebensmittelpunkt?

Sternberg: Selbstverständlich.

Die Wahl kam doch auch für Sie überraschend...

Sternberg: Ich habe nicht damit gerechnet. Und dass es dann schon im ersten Wahlgang klappte, darüber war ich doch überrascht und erfreut.

Sie sind der zweite ZdK-Präsident nach Albrecht Beckel, der ja auch Direktor des Hitze-Hauses war...

Sternberg: Diese historische Parallele habe ich nicht angestrebt. Wenn man allerdings in einer Sozialen Akademie tätig ist, die so stark gesellschaftspolitisch arbeitet, dann deutet sich ein solches Engagement schon an.

Warum haben Sie nicht schon vor sechs Jahren kandidiert?

Sternberg: Vor sechs Jahren konnte ich noch nicht die Arbeit als Direktor des Franz-Hitze-Hauses aufgeben. Und neben Akademie und Landtag das ZdK-Präsidentenamt zu schultern, ist unmöglich. Jetzt ist eine Frühpensionierung möglich, und das gibt Freiräume für die Arbeit.

Ist das neue Amt für Sie möglicherweise auch Anlass, über ein bundespolitisches Engagement, etwa im Bundestag, nachzudenken?

Sternberg: Ich habe diese Ambitionen nie gehabt und habe sie auch jetzt nicht. Ich war immer Kulturpolitiker und damit landespolitisch orientiert.

Sollten Bischofskonferenz und Zentralkomitee nicht doch von Bonn nach Berlin umziehen?

Sternberg: Ich habe immer gesagt, dass die Bischofskonferenz von ihrem pastoralen Arbeitsschwerpunkt her nicht unbedingt in Berlin ansässig sein muss. Beim Zentralkomitee mit seinem politischen Arbeitsfeld ist das anders. Aber es drängt nicht von heute auf morgen. Wir sollten auf lange Sicht aber durchaus darüber nachdenken, stärker in Berlin Präsenz zu zeigen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3641426?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F4847834%2F4847836%2F
Zu dumm: Adresse auf wildem Müll
Der kommt weg: Der Containerstandort Niedinkstraße hat zu viele Durchreisende zum Entsorgen veranlasst. Auch zwei weitere Standorte lässt das Sachgebiet Umwelt und Geoinformation verlagern.
Nachrichten-Ticker