Diskussion im Bennohaus
Spannungen bei der Flüchtlingshilfe

Münster -

Ein Stunde Live-TV im Bennohaus. Und es ging nur um Flüchtlinge, ihre Probleme und die Sorgen der Ehrenamtlichen.

Sonntag, 22.11.2015, 18:11 Uhr

Diskutierten live im Thementalk (v.l.): Dr. Ömer Lütfü Yavuz (Vorsitzender des Integrationsrates), Redakteur Günter Benning, Babette Lichtenstein van Lengerich (Flüchtlingshilfe Münster Ost) und Ismet Nokta (Arche Noah e.V.).
Diskutierten live im Thementalk (v.l.): Dr. Ömer Lütfü Yavuz (Vorsitzender des Integrationsrates), Redakteur Günter Benning, Babette Lichtenstein van Lengerich (Flüchtlingshilfe Münster Ost) und Ismet Nokta (Arche Noah e.V.). Foto: Bennohaus

4300 Flüchtlinge gibt es in Münster. Die Lage ist auch für die vielen freiwilligen Helfer in der Stadt nicht entspannt. Das war das Ergebnis des Thementalks „Intercult grenzenlos“ im Bennohaus. Die Flüchtlingssituation stand im Mittelpunkt der Live-TV-Sendung, durch die Günter Benning, Redakteur dieser Zeitung, führte.

So berichtete Ismet Nokta von der Arche Noah über Spannungen, die es zwischen Ethnien in den Flüchtlingsunterkünften gebe. Da könne sich manchmal schon an Ernährungsfragen Streit entzünden. Teilweise fühlten sich Jesiden oder Christen unwohl, wenn sie inmitten sunnitischer Muslime leben müssten.

Im Hintergrund arbeiteten die Freiwilligen des Bennohauses daran, die Live-Sendung über die Bühne zu bekommen. In wenigen Tagen gibt es sie auch zum Nachsehen im Internet.

Im Hintergrund arbeiteten die Freiwilligen des Bennohauses daran, die Live-Sendung über die Bühne zu bekommen. In wenigen Tagen gibt es sie auch zum Nachsehen im Internet. Foto: bn

Babette Lichtenstein van Lengerich von der Flüchtlingshilfe Münster-Ost berichtete von der beeindruckenden Leistung der Freiwilligen. Aber auch von ihrer Überforderung. Teilweise halte man sie für professionelle Helfer. Problematisch sei es für viele Freiwillige, wenn nun neue Träger in die Flüchtlingseinrichtungen kämen. Dann gingen alte Kontakte verloren.

Neben den lokalen Vereinsvertretern, die sich in der Flüchtlingshilfe ehrenamtlich engagieren, berichtete Flüchtling Barakat Omar Khalaf, von seiner Flucht und erzählte, dass seine Frau mit den fünf Kindern noch im Nordirak feststeckt. Er selber habe für seine Flucht 8000 Euro investieren – und dafür sein Auto verkaufen müssen.

Neben der Tatsache, dass es überall an Geld mangele, sprachen die Talkgäste vor allem auch die Schwierigkeiten der Sprachbarriere und die Überforderung der Ehrenamtler, aber auch der Stadtverwaltung an. „Eines ist sicher, wir geben alle tagtäglich unser Bestes,“ betonte Dr. Ömer Lütfu Yavuz, Vorsitzender des Integrationsrates. Nach der Unterbringung, so Lichtenstein van Lengerich, sei Integration der zweite Schritt. Eine Botschaft war offensichtlich: „Wir müssen alle zusammenhalten“, so Ismet Nokta.

Musikalisch untermalt wurde die Sendung durch das Duo Contraviento und einen bulgarischen Dudelsackspieler, der von einem Saxophon. Die Sendung gibt es in Kürze auch online.

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