Fischer-Technik in Münster
Radaranlagen und Riesenräder

Münster -

Bei der Modellschau von Fischertechnik-Freunden aus NRW im Handwerksbildungszentrum begeisterten am Sonntag die mal kleinen, mal mannshohen Modelle auf verschiedene Art.

Dienstag, 24.11.2015, 13:11 Uhr

Frank Holzhauer präsentiert ein radar-ähnliches Gerät, das Lichtquellen ortet – ein Modell von 1974.
Frank Holzhauer präsentiert ein radar-ähnliches Gerät, das Lichtquellen ortet – ein Modell von 1974. Foto: anh

Bunte Bälle steigen in einer Spirale hoch, um  eine Rinne herabzurollen: Sie stoßen Metallröhren an, machen nebenbei ein wenig Musik. Die Idee hatte Jan-Niklas Ostermann aus Herford. Der Zwölfjährige, seit fünf Jahren mit Fischertechnik beschäftigt, hat noch vier weitere Modelle zu bieten, darunter einen Getränkeautomaten und einen Roboter, der sich per Sensor seinen Weg sucht. Er sucht übrigens einen Freund, der mit ihm baut.

Neben ihm stellen Konstantin (7) und Johanna (9) und Markus Wolf aus Hövelhof bei Paderborn aus. Die Kinder haben einen Lkw und einen Trecker geschaffen, ihr Vater das Riesenrad nachgebaut: 214 Zentimeter hoch, 32 Kilo schwer, etwa 12 000 Teile. Ohne Anleitung. Nach Fotos des Originals, 1897 erbaut und noch in Betrieb, errechnete er Maße, passte einzelne an, um Größe und Aufwand in Grenzen zu halten. Ab einem Alter von zwölf Jahren könnten Kinder gut eigene Modelle schaffen, sagt er. Er hat schon mit sieben angefangen und stellt oft aus, auch in Wien.

 Bei Familie Howey aus Nottuln basteln alle: Fabian (12), Ida-Marie (9), Holger und Mutter Katja – sie allerdings „seltenst“. Der Vater baut Mühlen seiner Heimat nach – „damit Kinder sehen können, wie sie funktionieren“. Auf zwei Tafeln zeigt Familie Howey kleine Modelle, 101 Stück. Der Clou: Alle wurden sie aus je 13 Teilen des gleichen Oldtimer-Bausatzes geschaffen. Die motorischen Fähigkeiten vieler Kinder ließen nach, sagt Holger Howey.  Er  habe Zwölfjährige erlebt, die Probleme hatten, mit der Schere Formen aus Papier zu schneiden.

 Drei Schüler des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums aus Hiltrup, Tom Luca Terkhulen, Nils Greven und Maximilian Wenk, zeigen einen Industrieroboter, der Tonnen auf Plätzen im Hochregal ablegen kann. Hier wie bei vielen anderen Modellen kommen Computer zum Einsatz. Die Hiltruper haben selbst programmiert. Die Koordination haben die beiden über Zeitmessungen gelöst, während ihr Nachbar einen Kran Dosen je nach Farbe sortieren lässt, getrieben von Pneumatik und Farbsensor. Die 14-Jährigen nehmen seit einem halben Jahr am Unterricht des Wahlpflichtfaches teil. Stark beteiligt ist die Erna-de-Vries-Schule aus Münster: 16 Schüler mit Modellen aus dem Wahlpflichtfach, 15 fürs Catering.

 Organisiert hatten die 14. Modellschau vier Modellbauer aus dem Münsterland. Insgesamt stellten 28 Aussteller aus.

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