„Gutes Morgen Münster“
Jury würdigt 27 Projekte als beispielhaft

Münster -

Die erste Phase der Aktion „Gutes Morgen Münster“ fand am Sonntag im Jovel ihren Abschluss - mit einem Dankeschön an alle, die sich mit insgesamt 311 Projekten eingebracht haben, und mit der Würdigung beispielhafter Projekte.

Sonntag, 29.11.2015, 17:11 Uhr

Zum Abschluss der ersten Phase der Aktion „Gutes Morgen Münster“ wurden die Teilnehmer der 311 Projekte ins Jovel eingeladen.
Zum Abschluss der ersten Phase der Aktion „Gutes Morgen Münster“ wurden die Teilnehmer der 311 Projekte ins Jovel eingeladen. Foto: Oliver Werner

Das „Prinzip Sonnenblume“ gefiel Markus Lewe gut, als er über die Zukunft Münsters sprach. Aus einem „winzig kleinen Kern“, so sagte der Oberbürgermeister, entstehe die Pflanze – „nachher sind es die vielen Einzelbestandteile, die die Blume leuchten lassen.“ Gemeint war die Arbeit von Gruppen, Vereinen und Firmen, die alle einen „identitätsstiftenden Beitrag“ in der Stadt leisteten.

Sie stehen im Mittelpunkt der städtischen Kampagne „Gutes Morgen Münster“, für die am Sonntag im Jovel eine erste Zwischenbilanz gezogen wurde: In der Einreichungsphase haben sich 311 Projekte bei Münster Marketing vorgestellt, erklärte Moderatorin Frauke Burgdorff von der „Montag-Stiftung Urbane Räume“ aus Bonn. Eine Jury habe 27 Beiträge als zukunftweisend ausgewählt. „Nicht, um zu sagen: ,Dies ist Münsters bestes Projekt!‘, sondern um die Vielfalt abzubilden“, ergänzte als weiteres Jury-Mitglied Prof. Dr. Klaus Selle.

Für die erste Kampagnen-Phase hatten sich Nachbarschaftsinitiativen gemeldet, Selbsthilfegruppen waren dabei, der Literaturverein und Unternehmen wie das Uniklinikum. Jury-Mitglieder erklärten nun ihre Auswahl: Für das Bürgerbad Handorf etwa spreche, dass privat Anstrengungen unternommen würden, „um es langfristig am Leben zu halten“, sagte Selle, Hochschullehrer für Stadtplanung in Aachen. Die Wahl fiel ferner auf das Begegnungszentrum Sprickmannstraße, das seit über 25 Jahren „eine Daueraufgabe ohne Dauerlösung“ in das Quartier Kinderhaus-Brüningheide hineintrage.

Das Exzellenzcluster Religion und Politik stellte die einstige Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Prof. Dr. Dagmar Schipanski aus Berlin, als auch aktuell bedeutsam vor: „200 Wissenschaftler forschen in 80 Projekten – das Kennenlernen und Diskutieren des Gedankenguts verschiedener Religionen ist wichtig.“

Als viertes Jury-Mitglied nannte Prof. Kasper König, Kurator der Skulpturenausstellung, einen erlebnisbezogenen Aspekt: „Münster ist auch lustig. Und das ist wichtig.“ Für das Viertel-Fest in Mauritz-West etwa „hauen alle voll rein, sie stellen ihre Gärten zur Verfügung und geben ein Gefühl für ihren Kiez.“

Bernadette Spinnen, Leiterin von Münster-Marketing, kündigte an, dass das das Kampagnen-Team für „Gutes Morgen Münster“ für „die nächsten zwei bis drei Jahre“ bestehen bleibe. Auf der Internetseite bestehe ab Anfang 2016 die Möglichkeit, dass alle 311 Gruppen Kontakt aufnehmen können, um gemeinsam „die zweite Phase“ anzugehen: Austausch und Zusammenarbeit.  

Die ganze Vielfalt: 27 beispielhafte Projekte

Folgende 27 Projekte sind nach Ansicht der vierköpfigen Jury beispielgebend für die künftige Entwicklung in Münster:

► Coerde pur (Stadtteil-Informationen per Facebook)

► Junges Theater Cactus

► Betriebsrallye der Bürgerstiftung (Schüler lernen Unternehmen kennen)

► „Wechselstuben“ der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster

► Projekt JIPA (Jugendliche inklusiv politisch aktiv) des Jugendrates

► Projekt „Plus 1“ des Jugendausbildungszentrums (Sozialpädagogische Betreuung von Auszubildenden)

► Kompetenzzentrum Humanitäre Hilfe der Fachhochschule Münster

► Funky e.V., Tanzen für Behinderte und Nicht-Behinderte

► Münsterhonig der Stadtimkerei

► Farid`s Quali-Fighting (Boxen als Integrationsprojekt)

► Projekt „Team-Player“ der Firma Orderbase (gemeinnütziges Engagement der Mitarbeiter)

► Flüchtlingshilfe Gievenbeck und Sentrup

► Bürgerbad Handorf

► Begegnungszentrum Sprickmannstraße

► Infopunkt Hiltrup

► Münsteraner Allianz gegen Krebs

► Anti-Rost Münster e.V. (Kleinstreparaturen für Senioren)

►  Exzellenzcluster Religion und Politik der WWU Münster

► Gesellschaft für Bioanalytik Münster e.V.

► Projekt „Q.Uni“ (Angebote der Uni für Kinder und Jugendliche)

► Förder-Forder-Projekt des Internationalen Zentrums für Begabungsforschung

► Projekt „4tel Fest“ im Mauritz-Erpho-Quartier

► Kino Cinema & Kurbelkiste

► Bahnhofsmission mobil

► Projekt „Lulu banal“ (Öffentliches Kochen im Hansaviertel)

► Grünflächenunterhaltung auf der Promenade

► Projekt „Heimat-Helfer-Borsten-Freizeit“ der Fachhochschule Münster und der Westfalenfleiß GmbH

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3658042?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F4847834%2F4847836%2F
Wohnungssuche bleibt ein Problem
Mit einer Gruppe Geflüchteter war Simone Schulz (kl. Bild) im Tierpark in Saerbeck. Dagmar Hilgenbrink kann sich die Integrationsarbeit ohne Schulz gar nicht mehr vorstellen: „Das war ein Glücksgriff. Sie macht das mit Liebe und steht voll dahinter.“
Nachrichten-Ticker