Dreharbeiten für Thriller
Schock im Hafen

Münster -

In Münster haben die Dreharbeiten für einen internationalen Thriller begonnen. Regie führt ein Grieche, der schon länger in Münster lebt.

Dienstag, 15.12.2015, 13:12 Uhr

Warum brechen so viele Ehen nach kurzer Zeit zusammen? Warum werden die über alles geliebten Kinder unglücklich und depressiv? Wie schützt man die mit Internet und Pornos überforderten Jugendlichen? Wie unterscheidet man das Gute vom Bösen, wenn das Böse klug, schön und legal ist? Der neue Film des griechischen Regisseurs Filip Chalatsis (Künstlername: Filip Halo), „Paraphrenia“, ist der erste internationale Psychothriller, der in Münster gedreht wird.

Der 35-jährige Filip Chalatsis wurde in Griechenland geboren, in Deutschland eingeschult, schloss seine Schauspieler- und Regieausbildung in Saloniki ab und kehrte 2012 nach Deutschland zurück.

Der Wahl-Münsteraner entdeckte sein Interesse an IT-Technologien, audiovisuellen Medien und Psychologie und stellte sich die Frage, warum viele Menschen einsam oder unglücklich sind. „Ich sah wohlhabende, intelligente Familien, die weder Zusammenhalt noch jegliche Identifikation miteinander zeigten, deren Kinder ernsthaft, aber angeblich grundlos psychisch krank wurden“, sagt er.

Paraphrenia – eine Beziehungskiste

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  • Szenen aus Paraphrenia.

    Foto: dar
  • Szenen aus Paraphrenia.

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  • Szenen aus Paraphrenia.

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  • Szenen aus Paraphrenia.

    Foto: dar

Die Suche nach den Antworten brachte Chalatsis auf die Idee, einen Psychothriller darüber zu drehen. „Paraphrenia“ (griechisch: „Überhirn“) ist nicht nur der Oberbegriff für seelische Krankheiten. Er geht tiefer und beschäftigt sich mit den Ursachen und Folgen von psychischen Störungen wie Schizophrenie. „Alles, was man im Thriller sieht, hat unser Gehirn schon produziert.“ Der Streifen beruht auf dem medizinischen Hintergrund, zu dem Chalatsis lange recherchierte.

Mitwirkende aus fünf Ländern – Holland, Griechenland, Russland, der Ukraine und Deutschland – haben mitgemacht. Darunter der deutsche Schauspieler Ulrich Günther, den man aus dem Kultstreifen „Das Boot“ kennt. „Ich las das Drehbuch und rief Filip sofort an, da sein Film mir aus der Seele sprach“, erzählt Günther.

Filip Chalatsis ist ein Multitalent. Am Drehort ist er der Techniker, der Beleuchter, der Regisseur, der Requisiteur und sogar Darsteller. Er spielt einen verlogenen Psychotherapeuten, der die Krankheit der Hauptfigur, der jungen Judy, verstärkt, statt sie zu heilen.

Aber man sollte nicht all zu viel verraten, denn in „Paraphrenia“ setzt Filip Halo auf die erfolgreichen Instrumente des Horrorkinos – auf einen unerwarteten Szenenwechsel, auf einen großartigen Personentausch, auf die naturalistische Metapher und zu guter Letzt auf die plötzlichen Sinneswandlungen, die dem Ganzen fast den Kopf abreißen.

„Am Ende der Dreharbeiten angekommen, in der Phase der Postproduktion, bin ich glücklich“, sagt der griechische Regisseur. Er ist überzeugt, einen Film mit großem Unterhaltungswert geschaffen zu haben, der dennoch nicht zum Popcornkino gehöre und die Menschen zum Nachdenken bringe.

„Wenn nur einer von meinen Zuschauern nach ,Paraphrenia’ nach Hause kommt und seine Ehefrau, Kinder in den Arm nimmt oder seinen PC ausschaltet und seine Mutter anruft, dann habe ich nicht umsonst geschuftet“, sagt er.

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