Münsteraner erpokert über eine halbe Million
Vom Malocher zum Millionär

Münster -

Hossein Ensan hat bei der European-Poker-Tour in Prag einen Batzen Geld gewonnen. Auch im vergangenen Jahr kam schon ein hübsches Sümmchen nach einem Turnier in Barcelona zusammen. Der Münsteraner bleibt bescheiden. Er möchte anderen Freude machen und sich ein Auto für 20 000 Euro kaufen.

Freitag, 18.12.2015, 00:12 Uhr

Hossein Ensan hat gar kein Poker-Face. Vielmehr grüßt der Münsteraner (in der Mitte am Finaltisch) als Gewinner der European Poker Tour in Prag.
Hossein Ensan hat gar kein Poker-Face. Vielmehr grüßt der Münsteraner (in der Mitte am Finaltisch) als Gewinner der European Poker Tour in Prag. Foto: Neil Stoddart

„Ich wär’ so gerne Millionär, dann wär´ mein Konto niemals leer . . .“, heißt es in dem Lied der Prinzen. Der 51-jährige Hossein Ensan aus Münster kennt das Lied und könnte eine Prinzenrolle machen. Vor Freude. Beim „Main Event“ der „European Poker Tour“ in Prag hatte er ein glückliches Händchen beim Setzen seiner Chips, die sich vermehrten.

754 510 Euro hat der gebürtige Iraner Ensan, der in Kinderhaus wohnt, am Ende gewonnen. Die Champagnerkorken will er aber erst an Weihnachten knallen lassen. „Ich freue mich auf ein schönes Weihnachtsfest“, sagt Hossein Ensan, der von sich sagt: „Ich bin ein einfacher Malocher.“ Was er mit dem Geld machen möchte? Antwort: „Vielen eine Freude. Ich sammle Wunschzettel.“

Mit dieser Hand holte sich Hossein Ensan den EPT-Titel

Am Donnerstagnachmittag war er beim Gespräch mit unserer Zeitung von Prag aus auf dem Weg nach Münster unterwegs. „Ich habe von der Stadt leider wenig gesehen. Spät ist es immer geworden. „Eigentlich bin ich fix und fertig“, lacht der Gewinner, der am 10. Dezember am Pokertisch in der Goldenen Stadt loslegte. Mit ihm spielten rund 1000 Teilnehmer. Männer und Frauen gemischt. „Doch die meisten waren wohl Männer“, erzählt Hossein Ensan, der in dieses Turnier rund 20 000 Euro investiert hat. „Ich habe mehrere Leute glücklich gemacht.“ Denn manche der Spieler sicherten sich schon im Voraus Anteile an einem möglichen Preisgeld des Münsteraners. „Es bleibt aber noch genug vom Gewinn übrig.“

Der Kinderhauser hatte auch im vergangenen Jahr ein Ass im Ärmel. Er erpokerte sich bei der Poker-Tour in Barcelona – ebenfalls im „Main Event“ – den dritten Platz und erspielte 652 667 Euro. Angetreten gegen die Besten der Pokerbranche, bezeichnet er sich dennoch als Amateur. „Ich mache das aus Spaß mit. Es ist ein Hobby.“

Münsteraner gewinnt 750.000 Euro bei Pokerturnier

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  • Der Münsteraner Hossein Ensan gewann das Main Event der European Poker Tour in Prag.

    Foto: European Poker Tour / Neil Stoddart
  • Ensan, der vor 25 Jahren aus dem Iran nach Münster gekommen ist, setzte sich in dem Texas-Holdem-Turnier am Ende gegen mehr als tausend Spieler durch, die jeweils 5000 Euro Startgeld gezahlt hatten.

    Foto: European Poker Tour / Neil Stoddart
  • Das finale "Heads-Up" der letzten beiden Spieler zog sich über Stunden hin. Und so endete es: Ensan bekam zwei Asse, das stärkste Blatt...

    Foto: European Poker Tour Prag
  • Sein Gegner, der Russe Gleb Tremzin, hielt Dame und Bube auf der Hand, auch keine schlechten Karten und setzt eine Million Chips...

    Foto: European Poker Tour Prag
  • ...Ensan geht mit. Er hat noch deutlich mehr Chips (22,5 Millionen) als sein Gegner (6,6 Millionen).

    Foto: European Poker Tour Prag
  • Der Flop wird aufgedeckt. Eine Dame ist dabei. Tremzin hat jetzt ein hohes Pärchen. Doch noch hält er sich zurück und checkt.

    Foto: European Poker Tour Prag
  • Auch Ensan geht es ruhig an, will den Gegner nicht mit zu einem zu hohen Einsatz abschrecken.

    Foto: European Poker Tour Prag
  • Eine Neun wird aufgedeckt.

    Foto: European Poker Tour Prag
  • Gleb Tremzin setzt eine Million Chips.

    Foto: European Poker Tour Prag
  • Hossein Ensan wartet kurz und geht mit.

    Foto: European Poker Tour Prag
  • Als letzte Karte wird eine Vier aufgedeckt. Jetzt ist klar: Diese Partie wird Ensan gewinnen. Aber wie viele Chips kann er seinem Gegner abnehmen?

    Foto: European Poker Tour Prag
  • Tremzin ist an der Reihe und setzt 2,6 Millionen Chips.

    Foto: European Poker Tour Prag
  • Ohne zu zögern setzt Ensan all seine Chips: "I'm all in." Jetzt steht Tremzin unter Druck. Auch er müsste all seine Chips setzen, wenn er nicht aufgeben will. Um viel Geld geht es nicht. Ensan und Tremzin hatten vor dem Finale ausgemacht, dass sie das Preisgeld aufteilen - rund 720.000 Euro für jeden. Der Sieger bekommt "nur" 30.000 Euro extra. Und natürlich den Pokal.

    Foto: European Poker Tour Prag
  • Der Russe muss lange überlegen. Dann schiebt er seine Chips in die Mitte.

    Foto: European Poker Tour Prag
  • Sein Damenpärchen ist schwächer als Ensans Asse.

    Foto: European Poker Tour Prag
  • Der Münsteraner holt sich den Titel und darf sich jetzt EPT-Sieger nennen.

    Foto: European Poker Tour Prag
  • Schon zwei Mal saß er am Final Table - also unter den letzten acht Spielern - eines EPT-Turniers. Im dritten Anlauf ist ihm der Sieg geglückt.

    Foto: European Poker Tour Prag
  • Nach sechs Turniertagen hat Ensan es geschafft: Der 51-Jährige nimmt die Glückwünsche der Mitspieler und des Veranstalters entgegen.

    Foto: European Poker Tour Prag
  • Bei der Rückreise von Prag hat der Münsteraner einen Pokal und 750.000 Euro im Gepäck.

    Foto: European Poker Tour Prag

Erstmal will er zur Ruhe kommen und alles sacken lassen. Der Vater einer Tochter ist oft im Iran. „Es ist mein erstes Zuhause. Und dann kommt Münster. Mein zweites Zuhause. Eine wunderbare Stadt“, sagt der unverheiratete Ensan, der gerne in die Mucki-Bude geht und sich laufend am Aasee und auf der Promenade auf Trab bringt. Und er teilt gerne. So wird mit dem Gewinn auch seine Verwandtschaft in der Heimat beglückt.

Der Naturliebhaber, der seit 25 Jahren in Münster lebt, findet es auch am Hafen ganz wunderbar und auf dem Prinzipalmarkt. Wünsche gibt es immer wieder . . . Hossein Ensan bleibt bescheiden, legt sein Geld an und erfüllt sich einen Wunsch: „Ein schönes und bequemes Auto. Das darf so um die 20 000 Euro kosten.“

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