Platz satt, sagt die Leerstandsinitiative
300 Wohnungen in Münster ungenutzt

Münster -

300 Wohnungen stehen derzeit in Münster leer, haben die Aktivisten der „Leerstandsinitiative Münster“ ermittelt. „Ein Unding“, finden die Mitstreiter, die jetzt die Liste mit den Leerständen an das Amt für Wohnungswesen geleitet haben. Auf der Basis der im März in Kraft getretenen Wohnraumschutzsatzung soll die Stadt nun prüfen, ob die Leerstände legal sind. „Die meisten Leerstände sind bereits seit über zwei Jahren auf unserer Onlineplattform zu finden“, sagt Micha Greif.

Samstag, 19.12.2015, 17:12 Uhr

Am Bentheimweg: Micha Greif (l.) und Jörg Rostek monieren, dass die leer stehenden Britenhäuser nicht schneller vermietet oder verkauft werden.
Am Bentheimweg: Micha Greif (l.) und Jörg Rostek monieren, dass die leer stehenden Britenhäuser nicht schneller vermietet oder verkauft werden. Foto: Leerstandsmelder Münster

Zum Hintergrund: Um Wohnraum vor Zweckentfremdung zu schützen, hatte der Rat zu Beginn dieses Jahres die Wohnraumschutzsatzung auf den Weg gebracht. Gegenstand ist, dass „freifinanzierter Wohnraum in Münster ohne Genehmigung nicht anderen als Wohnzwecken zugeführt werden oder leer stehen“ darf, wie es wörtlich heißt. Bei Umbau oder Modernisierung dürfe Wohnraum nicht länger als sechs Monate unbewohnbar oder leer stehen.

Dies sei allerdings bei vielen Gebäuden, die von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, kurz Bima, verwaltet werden, der Fall, moniert Greif. „Von den über 300 Leerständen liegen über 220 in der Verantwortung der Bima. So sei das Hauptzollamt erst auf massiven Druck der Hausbesetzer hin als Flüchtlingsunterkunft hergerichtet worden. Greif: „Einerseits ist es schön zu sehen, dass zwischenzeitlich Hunderte Wohnungen, insbesondere die ehemals von den britischen Streitkräften genutzten Immobilien in Gremmendorf oder Gievenbeck wieder genutzt werden, andererseits ist es beschämend, dass bei vielen der fast 300 Leerstände seit mehr als zwei Jahren keine Verbesserung zu erkennen ist.“ Somit stehe wertvoller Wohnraum leer, der beispielsweise für Flüchtlinge, Kindertagesstätten oder für Kunstausstellungen genutzt werden könnte, ergänzt Jörg Rostek von Leerstandsmelder Münster. Ein großer Teil der leer stehenden Wohnungen findet sich auch innerhalb des Rings.

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