„Münster war bei uns ein begehrter Studienort“
Monika Schulz-Strelow wuchs am Niederrhein auf und lebt heute in Berlin

Münster -

„Münster war schon zu unserer Studentenzeit ein begehrter Studienort“, erinnert sich Monika Schulz-Strelow. Die 67-Jährige sprach beim „Women-in-Business-Dinner“ des Forums „Frauen u(U)nternehmen“ im Rathaus. Redakteurin Gabriele Hillmoth sprach mit ihr über ihre Arbeit als Präsidentin des Vereins „Frauen in die Aufsichtsräte“.

Samstag, 16.01.2016, 15:01 Uhr

Monika Schulz-Strelow
Monika Schulz-Strelow Foto: Verein Frauen u(U)nternehmen

Ist Münster für Sie ein unbeschriebenes Blatt?

Schulz-Strelow: Viele meiner Mitschülerinnen haben hier studiert. Ich habe damals mehr die wunderbaren Cafés und die hervorragenden Schuhläden genossen.

Ihr Lebensweg?

Schulz-Strelow: Ich bin bei Kleve aufgewachsen. Mein Studium habe ich in Bonn und Berlin mit dem Abschluss als Diplom-Politologin absolviert. Heute bin ich als Unternehmensberaterin im internationalen Bereich und vorrangig für ausländische Wirtschaftsförderungen und Investoren tätig.

Aus welcher Motivation heraus haben Sie den Verein gegründet?

Schulz-Strelow: 2005 haben Vertreterinnen von Bündnis 90 / Die Grünen in Berlin bei Frauen aus der Wirtschaft um Unterstützung zur Erhöhung des Frauenanteils in den Aufsichtsräten der Privatwirtschaft angefragt. In Berlin war bei den landeseigenen Unternehmen der Anteil der Frauen in Aufsichtsgremien schon bedeutsam, doch bei den börsennotierten Unternehmen der Privatwirtschaft lag der Anteil in den Aufsichtsräten unter deutlich zehn Prozent. Diesem Aufruf sind eine Anzahl von Frauen gefolgt und aus dieser Gruppe hat sich der Kern für die Initiative herausgebildet. Anfangs dachten wir, es ginge ohne feste Organisationsstruktur. Doch um in Deutschland wahrgenommen zu werden, braucht es klare Strukturen. 2006 haben wir den Verein „Frauen in die Aufsichtsräte“ (FidAR) gegründet. Zu Beginn war mir nicht klar, wie viel Arbeit ein Verein mit sich bringt. Heute haben wir über 550 weibliche und männliche Mitglieder aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung aus dem In- und Ausland und sind gefragte Gesprächspartnerinnen der Politik, Wirtschaft und Medien.

Ihre Ziele?

Schulz-Strelow: Ziel ist die ausgewogene Besetzung der Aufsichtsräte mit Frauen und Männern. In den ersten zwei Jahren haben wir noch auf die freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft gesetzt, mussten aber feststellen, dass diese die Selbstverpflichtung in keiner Weise ernst genommen hat. Seit 2008 fordern wir nun eine mindestens 30-prozentige Quote für die Besetzungen in den Aufsichtsräten. Eigentlich bedauerlich, dass die Deutschen nur unter Druck Veränderungen auf dem Gebiet mittragen; somit kann die Quote als Wegbeschleuniger für mehr Frauen in die Topetagen gesehen werden.

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