Demo gegen ausgefallene AfD-Veranstaltung in Münster
Demo im Niemandsland

Münster -

Über 250 Demonstranten. Gegen eine Veranstaltung, die ausfiel. Die AfD brachte Münster auf die Beine.

Donnerstag, 21.01.2016, 19:01 Uhr

Verhindert:  Die Demonstranten am Schifffahrter Damm zeigten sich zufrieden mit der Absage der AfD-Veranstaltung auf Gut Havichhorst.
Verhindert:  Die Demonstranten am Schifffahrter Damm zeigten sich zufrieden mit der Absage der AfD-Veranstaltung auf Gut Havichhorst. Foto: Oliver Werner

Die Absage kam um 15.49 Uhr: Man könne „die Sicherheit von Teilnehmern, Mitarbeitern und Nachbarn nicht gewährleisten“, so begründete Lisa Bogatzki, Geschäftsführerin der Gut Havichhorst GmbH, ihren Rückzieher gegenüber der AfD.

Eigentlich hätte die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry am Donnerstagabend auf Gut Havichhorst sprechen sollen. Die Handorfer Lokalität war eingesprungen, nachdem das Schlossgarten-Café, wo zunächst der Petry-Auftritt geplant war, ebenfalls aus Sicherheitsgründen einen Rückzieher gemacht hatte.

Unter Berufung auf den AfD-Landesverband erklärte der münsterische AfD-Kreisvorsitzende Helmut Birke am Nachmittag, dass der Besuch der Bundesvorsitzenden in Münster abgesagt sei. „Sie kommt nicht.“

Damit korrigierte er Mutmaßungen, AfD-Mitglieder aus Münster und Umgebung könnten sich an einem geheimen Ort mit der Parteichefin treffen.

Öffentlich blieb derweil der Protest gegen die AfD-Veranstaltung. Nach Schätzungen der Polizei waren es über 250 Gegendemonstranten, die sich am Schifffahrter Damm versammelten. Gut für Berufspendler: Den Weg zum Gut Havichhorst ersparte man sich, dafür wichen die Veranstalter vom Bündnis „Keinen Meter gegen Nazis“ auf ein brach liegendes Grundstück aus.

Eine Polizei-Hundertschaft aus Gelsenkirchen war hier aufgefahren, die Polizeitauchgruppe Wuppertal hatte eine Flutlichtanlage am Hänger. Illuminierte Gewinnerstimmung im Niemandsland.

Demonstration gegen die AfD-Veranstaltung

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  • Demonstration gegen die AfD-Veranstaltung Foto: Günter Benning
  • Demonstration gegen die AfD-Veranstaltung Foto: Oliver Werner
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Organisator Hannes Draeger feierten den „Riesenerfolg für die zivilgesellschaftliche Gegenbewegung“. In den sozialen Netzwerken habe man Tausende zustimmender Kommentare erhalten. Ulrich Thoden von Münsters SPD beschwor gar eine Spaltung der Gesellschaft. Der Rechtsruck drohe auch Teile der konservativen Mitte zu erfassen: „Das muss man deutlich markieren, damit die Leute in die populistische Falle nicht reintappen.“ Der Grüne Stefan Orth warf derweil der AfD „völlig offensichtliche Volksverhetzung vor“. Er hatte schon einmal eine Anti-Pegida-Demonstration auf die Beine gestellt und zeigte sich erfreut darüber, dass sich zahlreiche Gruppen und Parteien an der Demonstration beteiligten: „Hier lässt man sich nicht spalten.“

AfD-Kreisvorsitzender Helmut Birke übte derweil scharfe Kritik an der zweiten Absage eines Veranstaltungsortes innerhalb von drei Tagen. Der Einfluss der AfD-Kritiker reiche inzwischen so weit, dass es sich kein Gastronom erlauben könne, die AfD in seine Räume zu lassen. „Es gibt in Münster keinen Ort, an dem wir unser Grundrecht auf Versammlungsfreiheit ausüben können.“ 

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