Beate Busch-Schmidt beim „Hexentreffen“ der deutschen Pilotinnen
Flugschein mit 51 Jahren

Münster -

Wer einmal vom „Bazillus Aeronauticus“ befallen ist, der wird ihn nie wieder los. Wie Beate Busch-Schmidt: Sie erlag dem „Flugfieber“.

Montag, 01.02.2016, 22:02 Uhr

Das Jugendgästehaus stand im Zeichen des Themas „Fliegen.“ Beim „Hexentreffen“ kamen 80 Pilotinnen zusammen, darunter auch Ruth Haliti (l.) und Beate Busch-Schmidt.
Das Jugendgästehaus stand im Zeichen des Themas „Fliegen.“ Beim „Hexentreffen“ kamen 80 Pilotinnen zusammen, darunter auch Ruth Haliti (l.) und Beate Busch-Schmidt. Foto: fre

Was von unten manchmal ein großes Problem ist, erscheint von oben plötzlich ganz klein. Wer einmal vom „Bazillus Aeronauticus“ befallen ist, der wird ihn nie wieder los.

So ergeht es zumindest Beate Busch-Schmidt, die in Münster lebt und sich mit 51 Jahren ihren Traum erfüllt hat und Pilotin geworden ist. Gemeinsam mit 80 anderen deutschen Pilotinnen nahm sie am Wochenende am 42. „Hexentreffen“, dem jährlichen Treffen der Luftsportlerinnen, in diesem Jahr ausgerichtet von der Vereinigung Deutscher Pilotinnen (VDP), im Jugendgästehaus am Aasee teil.

Egal ob Motor-, Segel- oder Ultraleichtfliegerinnen, Ballonfahrerinnen oder Hubschrauberpilotinnen: Beim „Hexentreffen“ dreht sich alles um den Logenplatz am Himmel. „Das Fliegen erfordert volle Konzentration, sodass man den Alltag einfach hinter sich lässt“, schwärmt Busch-Schmidt, die schon seit vielen Jahren von einem Flugschein geträumt hat. „Als sich beruflich eine etwas entspanntere Zeit für mich ergab, habe ich die Chance sofort genutzt und mich ins Cockpit gewagt.“ Die Münsteranerin erinnert sich an einen Moment noch besonders gut: „Noch während der Ausbildung darf man das erste Mal alleine fliegen. Das ist der spannendste Moment überhaupt. Man muss genau wissen, was man selbst kann und was die Maschine kann“, berichtet sie.

Mittlerweile ist Busch-Schmidt ab dem Flughafen Münster-Osnabrück mit einmotorigen Charter-Maschinen unterwegs, wann immer es Zeit und Witterung zulassen. „Während man anfangs nur kleine Rundflüge in der näheren Umgebung macht, kann man nach einiger Zeit auch weitere Reisen innerhalb Deutschlands oder gar ins Ausland machen.“

Dabei komme es vor allem auf eines an: „Die Gemeinschaft und das fliegende Netzwerk der Pilotinnen ist wichtig“, betont Ruth Haliti, Pressesprecherin der VDP. „Das Fliegen als Hobby ist noch immer eine echte Männerdomäne. Seit dem die VDP 1968 gegründet wurde, trauen sich immer mehr Frauen in den Himmel. Dennoch sind leider nur drei bis fünf Prozent der Piloten weiblich.“

Das „Hexentreffen“ dient aber nicht nur dem Austausch von Frau zu Frau. Das Programm ist gespickt mit einer großen Bandbreite an Vorträgen und weiteren Angeboten. „Wir freuen uns natürlich jederzeit über neue Pilotinnen“, sagt Haliti. Denn der Schritt in den Kreis der derzeit 250 Pilotinnen ist gar nicht so schwierig, wie viele Leute denken. „Das Segelfliegen ist zum Beispiel ein vergleichsweise günstiger Sport. Wer es einmal ausprobiert, wird den Bazillus garantiert nicht mehr los und wird alle theoretischen und praktischen Anforderungen mit der Zeit mühelos bewältigen“, verspricht die Pressesprecherin.

 

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