Geburtstagsparty am 6. Februar
Das Cuba wird 30

Münster -

Sie fühlten sich als Münsters Alternative. Und der Name, den sie sich gaben, drückte das auch aus: C.U.B.A. (Cultur- und Begenungszentrum achtermannstraße) – das war damals ziemlich aufmüpfig. 30 Jahre ist das jetzt her.

Mittwoch, 03.02.2016, 09:02 Uhr

30 Jahre Cuba an der Achtermannstraße: Rainer Bode, Andreas Weber und Erhard Hirt (v.l.) wollen es krachen lassen.
30 Jahre Cuba an der Achtermannstraße: Rainer Bode, Andreas Weber und Erhard Hirt (v.l.) wollen es krachen lassen. Foto: spe

Wenn er von den alten Zeiten spricht, gerät Rainer Bode ins Schwärmen: Alles selbstgemacht, alles ins Lot bekommen – und das gegen den Widerstand einer Stadtgesellschaft, der 1986 ein soziokulturelles Zentrum mit dem knallroten Namen „Cuba“ höchst verdächtig war. Dabei steht „Cuba“ als flotte Abkürzung für „Cultur- und Begegnungsstätte Achtermannstraße“. Ganz unpolitisch. Oder doch nur ein bisschen frech.

Heute ist das Cuba dermaßen fest in Münster verankert, dass zum Geburtstagsempfang am Samstag (6. Februar) ein Bürgermeister, eine Ministerin und ein Landtagsvizepräsident erscheinen – neben weiteren illustren Gäste. Das Konzept ist offenbar aufgegangen: Das Cuba ist einerseits als Projektehaus die Heimat von rund 20 eigenständigen Initiativen für Bildung und Soziales. Zum anderen kümmert sich der Trägerverein „Cuba e.V.“ um unabhängige Sozialberatung, Arbeitslosenberatung und um ein eigenes Kultur-Programm. In dieser Form, sagt Geschäftsführer Rainer Bode, gibt es so etwas nicht oft.

Das 30-jährige Bestehen wird groß gefeiert: mit einem Impro-Konzert am Donnerstag (4. Februar) um 20 Uhr, bei dem die münsterische Szene vollständig vertreten ist. Mit einem Jazzkonzert am Freitag (5. Februar) um 20 Uhr mit der NU-Band aus New York. Und mit einer Party nach dem Empfang am Samstag, bei der das Cuba alles auffährt was es zu bieten hat: Livemusik und Disco, Improvisation, Kunstaktion und Videoinstallation. Und natürlich eine „Tatwort“-Lesebühne.

Mit dem Literaturprogramm hält das Cuba nach wie vor den Kontakt zu einem Publikum, das nicht älter ist als vor 30 Jahren: Poetry Slams sind in Studentenkreisen der Renner. Nicht zu vergessen die Partys: „Eine bestimmte Generation kennt das Cuba nova, aber dass ein großes Haus dahinter steht, wissen viele nicht“, meint Rainer Bode.

Der Veranstaltungsraum „Black Box“ ist von bescheidener Größe. Wenn das Cuba größere Sachen organisiert, finden sie längst außer Haus statt, im Theater, in der Stadtbücherei, in der Musikhochschule. Ganz wichtig ist auch das Engagement in der Nachbarschaft: Für die ISG Bahnhofsviertel kümmert sich das Cuba-Team seit einigen Jahren um die regelmäßige Kunstausstellung „Häuser – Bilder – Fenster“.

Bei der Geburtstagsfeier wird übrigens auch eine Nabelschau betrieben: Die Künstlerin Anne Schlöpke hat die Bauchnabel von 23 Cuba-Mitarbeitern abgelichtet und für eine Foto-Ausstellung bearbeitet. Anonym, versteht sich. Das Cuba ist trotz allem nicht der Nabel der Welt . . . 

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