Entscheidung fällt am Sonntagabend
Rosenmontagszug: Absage liegt in der Luft

Münster -

Der Rosenmontagszug in Münster droht auszufallen. Der Grund: Montag wird ein Sturm erwartet. Die Entscheidung soll am Sonntag fallen.

Freitag, 05.02.2016, 17:02 Uhr

Die Narren freuen sich auf den Rosenmontagsumzug in Münster. Doch der droht auszufallen.
Die Narren freuen sich auf den Rosenmontagsumzug in Münster. Doch der droht auszufallen. Foto: kaj / Grafik: chr

Der Bürgerausschuss Münsterscher Karneval (BMK) und die Stadt entscheiden am frühen Sonntagabend darüber, ob der Rosenmontagszug (8. Februar) möglicherweise abgesagt werden muss. Grund sind schwere Sturmböen und Windstärken von neun bis zehn, wovor der Deutsche Wetterdienst warnt. „Wir warten die amtliche Mitteilung um 18 Uhr ab, und danach wird entschieden“, sagt BMK-Präsident Rolf Jungenblut. Er hat die große Hoffnung, dass das vorausgesagte Sturmtief, das zu zahlreichen Ausfällen der Karnevalszüge in Nordrhein-Westfalen führen könnte, an Münster vorbeizieht. „Es gibt eine Tendenz, dass die Windstärke in Münster unter acht bleibt. Dann wird der Zug rollen“, sagt Jungenblut.

Der BMK bezieht seine Wetterdaten über die Feuerwehr und über die Flugleitwache in Greven. „Wir müssen abwarten, wie sich die exakten Prognosen entwickeln“, sagt auch Zugkommandant Gerd Meier. Er hat für Montag 113 Zugnummer an Wagen, Musikkapellen und Fußgruppen verteilt. Beginn soll um 12.11 Uhr auf dem Schlossplatz sein.

Eine Vorentscheidung könnte am Samstag fallen, wenn Münsters Karnevalisten den Zug im niederländischen Losser besuchen. Dort sollen sich am Montag 15 Wagen und 13 Fußgruppen des Zuges auf den Weg nach Münster machen, was für die riesigen Pappmaschee-Konstruktionen wegen der Sturmböen ein schwieriges Unterfangen werden könnte.

Anders als in Düsseldorf sei im münsterischen Sicherheitskonzept nicht verankert, dass der Zug ab einer Windstärke von 8 abgesagt werden muss. Daran erinnert Münsters Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer. Es gebe keine Windstärken-Festlegung, „wir sind nicht an eine Ziffer gebunden“, sagt er.

Fakt allerdings sei auch, dass wenn Veranstalter und Stadtverwaltung zu der Einschätzung kämen, dass eine Gefahr für Leib und Leben bestehe, eine Absage erfolge. „Das können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen“, sagt Heuer.

Sturmböen mit Tempo 100 seien „eine Ansage angesichts der zu erwartenden Menschenansammlung und dieser Art von Fahrzeugen“. Stadt und BMK würden sich am Sonntagabend in der Leitstelle der Feuerwehr ein Bild über die dort verfügbaren Wetterdaten verschaffen und auf dieser Basis eine Entscheidung treffen.

Im Jahr 1990 ist ein Rosenmontagszug in Münster wegen Sturmböen kurzfristig abgesagt worden . Bereits am Morgen landeten damals zahlreiche Motivwagen aus Losser bei der Anfahrt in den Straßengräben. Der Zug wurde dann nach einer Kontrollfahrt der Feuerwehr über den Prinzipalmarkt unmittelbar vor dem Start abgesagt. Prinz war damals Karlhans Dülberg, der als Sturmprinz in die Geschichte der Prinzengarde einging.

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