Hundertschaft rückt an
Polizei räumt alte Post

Münster -

Die Polizei hat am Rosenmontag die alte Post geräumt. Das Gebäude war seit Samstag besetzt gewesen. 

Montag, 08.02.2016, 14:02 Uhr

Einsatzkräfte der Polizei sind vor der alten Post angerückt. Sie räumen das Gebäude.
Einsatzkräfte der Polizei sind vor der alten Post angerückt. Sie soll offenbar geräumt werden. Foto: hpe

Weil die Besetzung des ehemaligen Hauptzollamtes an der Sonnenstraße im Oktober vergangenen Jahres zwei Wochen ohne Einschreiten der Ordnungskräfte geduldet wurde, rechnete anscheinend niemand mit einem so raschen Einsatz und das ausgerechnet am Rosenmontag, wo die Hundertschaften ja eigentlich im Umfeld der Rosenmontagszüge benötigt werden.

Für die Unterstützer der Aktion, die sich gegen den Abriss aussprechen und in dem Gebäude lieber ein soziales Zentrum, als einen Edeka-Neubau an gleicher Stelle realisiert haben wollen, wurde eigens ein Verhaltenskodex im Fall einer Räumaktion aufgestellt.

So sollen die Unterstützer „in Bewegung bleiben und sich nicht vor der Polizei-Absperrung bündeln.“ Genau das taten aber rund 50 Sympathisanten, die sich an der abgeriegelten Hauptzufahrt zu dem weitläufigen Gelände am Hafen sammelten. Sie protestierten zunächst friedlich, durften aber auch nicht mehr auf das Areal. Nach Beendigung der Räumung blockierten sie die Abfahrt der Polizei, zwei Beamte wurden durch Flaschenwürfe leicht verletzt. Es gab zwei Festnahmen.  Benjamin Körner von den Linken meinte als Augenzeuge, die Polizei sei „unverhältnismäßig und gewalttätig gegen eine friedliche Sitzblockade vorgegangen.“ Der wohnungspolitische Sprecher der Linken, Jonas Freienhofer, bezeichnete die Räumung als „Skandal, der nicht im geringsten nachvollziehbar ist“. Besetzer und Sympathisanten hätten „vollste Solidarität und Unterstützung“, so Freienhofer. Sein Parteifreund Rüdiger Sagel meinte, die Räumung sei „nicht zuletzt auf Zuruf der Investoren erfolgt“.

Die Junge Union hingegen  lobte „das schnelle und konsequente Durchgreifen der Polizei“. Vorsitzender Dietrich Aden: „Damit hat der Spuk der Linksromantiker ein Ende, und das ist auch gut so. Denn eine Hausbesetzung ist und bleibt eine Straftat und kein akzeptables Mittel der Demokratie.“

Am späten Nachmittag  zogen knapp 100 Sympathisanten begleitet von einem starken Polizeiaufgebot vom Hansaring am Hauptbahnhof vorbei bis zum Polizeipräsidium am Friesenring. Dort waren die vorläufig Festgenommenen aus der  Post von der Polizei zur Personalienfeststellung hingebracht worden.

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