Stadt spricht von „Atempause“
Nur 74 neue Flüchtlinge seit 1. Februar

Münster -

Die Zahl der Flüchtlingszuweisungen nach Münster ist seit Jahresbeginn deutlich zurückgegangen. Im Februar kamen bislang gerade mal 74 Menschen. Die Stadt spricht von einer „Atempause“.

Mittwoch, 10.02.2016, 19:02 Uhr

Die Zahl der Flüchtlinge ist in Münster deutlich zurückgegangen.
Die Zahl der Flüchtlinge ist in Münster deutlich zurückgegangen. Foto: kbö

Die Verwaltung spricht von einer „Atempause“: Seit Jahresbeginn sind deutlich weniger Flüchtlinge nach Münster gekommen als vorhersagt.

388 Neuankömmlinge zählte das Sozialamt im Januar, lediglich 74 im laufenden Monat. Ende vergangenen Jahres hatte die Stadtverwaltung noch mit bis zu 1000 Flüchtlingen pro Monat gerechnet. Insgesamt sind aktuell 4185 Flüchtlinge in städtischen Einrichtungen untergebracht, so das Sozialamt.

Überhaupt nicht ausgelastet sind derzeit die Flüchtlingseinrichtungen des Landes im Stadtgebiet. 1610 Plätze stehen in Oxford- und York-Kaserne sowie in der früheren Wartburgschule zur Verfügung – nicht einmal 300 sind jedoch aktuell belegt, berichtete die Bezirksregierung Arnsberg am Mittwoch. Grund seien der momentan geringere Zustrom von Flüchtlingen sowie die schnelle Registrierung und Verteilung der Betroffenen.

Die Gesamtzahl der in Münster untergebrachten Flüchtlinge liegt damit momentan bei 4500 – im Dezember waren es noch mehr als 5000.

Von einer „Entspannung“ will Verena Schulte-Sienbeck vom Sozialamt allerdings nicht sprechen. Das Land habe bereits signalisiert, dass voraussichtlich ab März wieder mit einem Anstieg der Flüchtlingszahlen zu rechnen sei. Die Verwaltung will bereits Ende kommender Woche eine neue Vorlage mit weiteren Standorten für Flüchtlingseinrichtungen vorlegen. Über die aktuelle Vorlage, die rund ein Dutzend neuer Unterkünfte auflistet, stimmt der Rat am Mittwoch (17. Februar) ab.

Die aktuell geringen Zuweisungszahlen an die Stadt hängen laut Schulte-Sienbeck mit der Ankündigung von NRW-Innenminister Ralf Jäger zusammen, Flüchtlinge verstärkt auf Kommunen zu verteilen, deren Aufnahmequoten bislang nicht ausgeschöpft worden waren.

Der Stadt Münster biete die Atempause die Gelegenheit, an einer Konsolidierung der Unterbringungssituation zu arbeiten. So seien einige Standorte nicht optimal, andere stünden nur kurzfristig zur Verfügung.

Wäre die Prognose vom Jahresende eingetroffen, dann hätte die Stadt „Not­lösungen“ ergreifen müssen, sagt Schulte-Sienbeck. „Wir hätten dann auch über die Belegung von Turnhallen und Zelte nachdenken müssen.“ So weit kam es nun nicht.

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