Der letzte Tag von Café Kleimann
Tränen zum Abschied

Münster -

Tränen begleiteten den letzten Tag im Café Kleimann am Prinzipalmarkt. Einen Nachmieter, sagt Bernd Kleimann, gebe es noch nicht, wohl aber Interessenten. Für das Stehcafé Milchmädel in der Domgasse, das bisher logistisch ebenfalls von Café Kleimann abhängig war, soll es dagegen bereits einen festen Nachmieter geben.

Donnerstag, 31.03.2016, 19:00 Uhr aktualisiert: 31.03.2016, 21:12 Uhr
Schlange standen die Kunden in den vergangenen Tagen vor dem Stehcafé „Milchmädel“ in der Domgasse, das wie das Café Kleimann am Donnerstagabend geschlossen wurde.
Schlange standen die Kunden in den vergangenen Tagen vor dem Stehcafé „Milchmädel“ in der Domgasse, das wie das Café Kleimann am Donnerstagabend geschlossen wurde. Foto: Matthias Ahlke

Abschiedsstimmung herrschte am Donnerstag im Café Kleimann unter den Bögen. Zum letzten Mal öffnete der Familienbetrieb am Prinzipalmarkt für Gäste.

Noch einmal ging es in der Konditorei zu wie in einem Taubenschlag. Auch im benachbarten Stehcafé „Milchmädel“ in der Domgasse standen die Gäste Schlange für eine frisch gebackene Waffel. Und Bernd Kleimann hat für die Fans des Stehcafés eine gute Nachricht: „Ein Nachmieter für das Milchmädel ist da.“ Nur für die bisherigen Caféräume von Kleimann am Prinzipalmarkt sei noch keine Entscheidung gefallen, so der Konditormeister, der den Betrieb seit dem Jahr 2003 mit seinen beiden Geschwistern geführt hat.

Zum letzten Mal nahmen Gäste im Café Platz.

Zum letzten Mal nahmen Gäste im Café Platz. Foto: Matthias Ahlke

Manche Träne floss am letzten Tag im Café, wo die Regale schon wie leer gefegt waren. Konditormeister Bernd Kleimann legte darum mit seinem Backstubenteam eine Sonderschicht ein, um für die Kuchentheke noch Torten liefern zu können. Selbst der Baumkuchen, den er am Mittwoch produziert hatte, war am Donnerstagmittag bis auf Reste schon wieder ausverkauft.

Das gesamte Kleimann-­Team traf sich am Donnerstagabend auf Einladung der Chefs zu einem Abschiedstrunk. Ein Oldietreffen gab es schon vor zwei Wochen, gestiftet von der langjährigen guten Fee in der Küche, Fatima Caneiro. Über 40 Jahre wirkte die Portugiesin als Spülkraft im Familienbetrieb mit. Die Spülmaschine im Café glänzte unter ihrer Regie auch nach 20 Jahren noch wie neu, erinnert sich Bernhard Kleimann senior.

Kommentar zum Thema

Für seinen Sohn geht es am Freitag auch bei geschlossenem Betrieb unter Volldampf weiter. Ausschlafen ist nicht angesagt. Aufräumen steht auf seinem Dienstplan: „Irgendwann müssen wir damit anfangen.“ Maschinen wechseln zu Berufskollegen, interessierte Privatleute haben die Chance, Dinge aus dem Kleimann-Fundus zu erwerben. Das Mobiliar im blauen Salon könne er mehrfach verkaufen, sagt der Handwerksmeister. Kleimann kümmert sich außerdem in der Produktionsstätte in Roxel um die Azubis des dritten Lehrjahres, die im Sommer in die Prüfung gehen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3902705?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F4847812%2F4847831%2F
RWI-Studie: Wohnen wird im Münsterland extrem teuer
Immobilienpreise: RWI-Studie: Wohnen wird im Münsterland extrem teuer
Nachrichten-Ticker