Versteigerung des Nachlasses der bekannten Jüdin
Auktion mit Erinnerungsstücken an die verstorbene Marga Spiegel

Münster -

Großer Andrang am Samstagmorgen im kleinen Saal des münsterschen Kunst- und Auktionshauses an der Buddenstraße im Kuhviertel, wo Auktionator Eric Wilbois neben vielen anderen Exponaten auch den verbliebenen Teil des Nachlasses der früher in Münster lebenden und 2014 verstorbenen Jüdin Marga Spiegel versteigerte.

Samstag, 02.04.2016, 15:04 Uhr

Versteigerung des Nachlasses der bekannten Jüdin : Auktion mit Erinnerungsstücken an die verstorbene Marga Spiegel
Foto: Helmut Etzkorn

Samstagmorgen, 11 Uhr. In dem kleinen Saal des münsterischen Kunst- und Auktionshauses Wilbois   an der Buddenstraße im Kuhviertel ist kein Stuhl mehr unbesetzt. Diesmal geht es um mehr, als um Delfter Teller, Balustervasen aus Böhmen, silberne Tischkörbe und Teppiche.

112 Positionen aus dem noch verbliebenen Nachlass der früher in Münster lebenden und 2014 verstorbenen Jüdin Marga Spiegel stehen im 60 Seiten dicken Versteigerungskatalog. Neben „Kunst und Kleinigkeiten“ (Eric Wilbois) auch der Sekretär aus der Biedermeierepoche, an dem Marga Spiegel unzählige Stunden saß und arbeitete.

Das Schmuckstück mit verglastem Aufsatz ist das Wunschobjekt von Gabriele Kuschyk. Die städtische Angestellte aus Werne hat von ihrem Bürgermeister einen klaren Auftrag: „Der Sekretär muss zu uns ins Heimatmuseum oder nebenan in die Marga-Spiegel-Sekundarschule.“ Die Holocaust-Überlebende hat einen Großteil ihres Lebens im benachbarten Ahlen gewohnt.

Auktionator Wilbois versteigerte den Nachlass von Marga Spiegel

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  • Auktionator Wilbois versteigerte den Nachlass von Marga Spiegel Foto: Matthias Ahlke
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  • Auktionator Wilbois versteigerte den Nachlass von Marga Spiegel Foto: Matthias Ahlke
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  • Auktionator Wilbois versteigerte den Nachlass von Marga Spiegel Foto: Matthias Ahlke
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  • Auktionator Wilbois versteigerte den Nachlass von Marga Spiegel Foto: Matthias Ahlke
  • Auktionator Wilbois versteigerte den Nachlass von Marga Spiegel Foto: Matthias Ahlke
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  • Auktionator Wilbois versteigerte den Nachlass von Marga Spiegel Foto: Matthias Ahlke
  • Auktionator Wilbois versteigerte den Nachlass von Marga Spiegel Foto: Matthias Ahlke
  • Auktionator Wilbois versteigerte den Nachlass von Marga Spiegel Foto: Matthias Ahlke
  • Auktionator Wilbois versteigerte den Nachlass von Marga Spiegel Foto: Matthias Ahlke
  • Auktionator Wilbois versteigerte den Nachlass von Marga Spiegel Foto: Matthias Ahlke

Die Gebote schaukeln sich von 800 auf 2600 Euro hoch, dann hat Gabriele Kuschyk den Zuschlag.  Den dazugehörigen Stuhl, zwei Bilder der jüdischen Künstlerin Judith Pins, ein Frühstücksgedeck, die Teekanne und ein Spinnrad von Marga Spiegel ersteigert sie auch.

Marga Spiegel: Ein Leben in Bildern - Sie haben keine Berechtigung dieses Objekt zu betrachten.

Vertreter der Jüdischen Gemeinde Münster sind als Privatbieter im Saal. Ihr Vorsitzender Sharon Fehr kommt nicht. „Ich wollte mir den Schmerz, wie alles unter den Hammer kam, nicht unbedingt antun“, so Fehr, der Marga Spiegel viele Jahre eng begleitet hat. Auch das wohl bedeutendste Kunstwerk aus dem Spiegel-Nachlass, eine Chagall-Lithographie, bekommt für 3200 Euro einen neuen Besitzer.  Noch ertragreicher sind allerdings Exponate aus anderen Beständen. Die rund 50 Bieter im Saal und 160 weitere Interessenten, die schriftliche Angebote abgegeben hatten oder per Telefon mitsteigern, haben zwei Favoriten. Ein senfgelber Moud-Teppich aus dem Iran, Angebot 350 Euro, bekommt bei 7500 Euro den Zuschlag. Für einen Atlas mit  Kupferstichkarten von 1742 blättert ein Sammler 6200 Euro hin.

Nach acht Stunden sind alle 525 Exponate aufgerufen, der Gesamterlös liegt laut Wilbois „100 Prozent über den Erwartungen“. Die  verbliebenen Spiegel-Andenken werden im Kunsthaus angeboten oder Bestandteil einer nächsten Antiquitäten-Auktion.

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