Münsterische Reaktionen auf das Schreiben „Laetitia Amoris“
Genn und Sternberg würdigen den weiten Blick des Papstes

Münster -

Das postsynodale Schreiben des Papstes „Amoris Laetitia“ über Liebe, Ehe und Familie ist auch im Bistum Münster auf ein positives Echo gestoßen. Bischof Felix Genn meinte in einer offiziellen Stellungnahme, „Amoris Laetitia“ sei ein pastorales Schreiben, das dazu aufrufe, Familien zu stärken: „Papst Franziskus gibt uns ein starkes Votum für die Stärkung der Ehepastoral und für die Stärkung der Ehevorbereitung. Er unterstützt jedes einfühlsame, weise und pastorale Vorgehen, wie es Seelsorger immer wieder getan haben, ohne die Lehre zu verändern.“

Freitag, 08.04.2016, 16:04 Uhr

Bischof Felix Genn 
Bischof Felix Genn  Foto: -pp-

Jede Beziehung, so Genn , suche danach, in Liebe zu wachsen. Für die Kirche gelte es, dies immer mehr zu sehen und praktisch zu berücksichtigen: „Der Papst ermuntert uns, immer mehr in ein vertrauensvolles Gespräch zu kommen, um gemeinsam einen Weg zu entdecken.“ Handlungsprinzip der Kirche solle nicht Trennung und Ausschluss sein, sondern Wachstum in Beziehung und Liebe: „So ist Familie: Wachstum, Integration, Liebe und Beziehung. Franziskus lädt uns ein, auf ein Ideal hin zu leben und nicht vom Ideal her die Menschen zu beurteilen. Für das ‚Wie?‘ des Wachstums, gibt uns sein Schreiben wertvolle Hinweise.“

Papst geht auf Wiederverheiratete zu

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) sieht in der Botschaft von Papst Franziskus zu Ehe und Familie neue Spielräume für die Ortskirchen. „Mit seiner Feststellung, dass nicht alles durch lehramtliches Eingreifen entschieden werden muss, verlagert er die Kompetenzen zum Umgang mit Konflikten und Krisen auf die Ebene der Bistümer und Gemeinden“, meinte ZdK-Präsident Thomas Sternberg aus Münster .

Das Papst-Schreiben

Der oberste Repräsentant des deutschen Laienkatholizismus erklärte weiter, Franziskus gebe der Gewissensentscheidung der Gläubigen und der Seelsorger neues Gewicht. Dabei betone der Papst „den Primat der Barmherzigkeit über eine ‚kalte Schreibtischmoral’“ und bringe kirchliche Lehre und Lebenspraxis der Gläubigen wieder näher zusammen, ohne die kirchliche Lehrverkündigung in Zweifel zu ziehen. Es gelte jetzt, „menschlich glaubwürdig mit Ehe und Partnerschaft auch in Krisensituationen und im Scheitern umzugehen“, so der ZdK-Präsident.

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