45 Millionen Euro Investitionsbedarf
Allwetterzoo ist ein Sanierungsfall

Münster -

Der Allwetterzoo ist nach erster Einschätzung seines neuen Direktors ein Sanierungsfall. 45 bis 50 Millioenen Euro seinen nötig, um den Zoo überhaupt für Besucher attraktiv zu machen, glaubt Dr. Thomas Wilms.

Mittwoch, 13.04.2016, 19:04 Uhr

Die Unterbringung der Gorillas im Zoo ist nicht optimal.    
Die Unterbringung der Gorillas im Zoo ist nicht optimal.     Foto: Oliver Werner

Die berühmten 100 Tage im Amt sind für Dr. Thomas Wilms vorbei – der neue Chef zieht nach einer gründlichen Bestandsaufnahme in seinem neuen Revier eine ernüchternde Bilanz. Sein Fazit: Um künftig genügend Besucher anzuziehen, muss kräftig investiert werden, glaubt der Zoodirektor. Er hat auch schon überschlagen, was das kosten würde: In den kommenden zehn Jahren müssten danach satte 45 bis 50 Millionen Euro in die Modernisierung des städtischen Tierparks gesteckt werden, dessen Erscheinungsbild, so Wilms, „an vielen Stellen nicht mehr zeitgemäß“ ist. Es gehe auch um mehr als Kosmetik : Mehrere Gehege entsprechen laut Wilms nicht den Standards, die das von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Gutachten für Säugetierhaltung vorschreibt.

Beispiel Gorillas: An deren Tierhaus sieht der neue Chef besonderen Erneuerungsbedarf, die Modernisierung hat für ihn „Priorität“. Aber auch die Unterbringung der Giraffen, der Bären und Tiger erfülle nicht die Vorgaben des Gutachtens, betont Wilms.

Der neue Zoodirektor Dr. Thomas Wilms

Der neue Zoodirektor Dr. Thomas Wilms Foto: Jürgen Peperhowe

Weiteres Sorgenkind des neuen Direktors ist das Tropenhaus: „Ein Energiefresser“, sagt Wilms. Eine Sanierung könnte die Betriebskosten des Zoos spürbar senken. Auch die in den früheren 70er Jahren gebauten Tier-Häuser des Zoos bedürften dringend einer technischen Überholung. Das allein würde rund zehn Millionen Euro kosten, rechnet Wilms. Damit wären aber nur die wirklichen Schäden behoben – am Erscheinungsbild und an der Präsentation und Tierhaltung wäre so noch nichts geändert. Weitere rund 15 Millionen Euro würde es nach Einschätzung des neuen Direktors kosten, die angejahrten Außenanlagen einfach nur zu renovieren – ohne eine wirkliche Modernisierung zu erreichen.

Die aber hält Thomas Wilms für zwingend notwendig. Die großen Zoos im Umkreis, wozu er nicht nur etwa die „ZOOM-Erlebniswelt“ in Gelsenkirchen , sondern auch die Tierparks in Köln und Hannover zählt, investierten in Neuerungen.

Schon jetzt lassen die Besucherzahlen beim neuen Direktor viele Wünsche offen: „Der Allwetterzoo ist mit seinen Besucherzahlen an der unteren Grenze, mit der sich ein Großzoo wie unserer bewirtschaften lässt“, urteilt Wilms, es müssten dringend mehr Gäste kommen.

Zur Finanzierung der vielfältigen Maßnahmen will Wilms auch die Einnahmen des Zoos erhöhen – sprich: für mehr Besucher sorgen. Aber, so fügt er selbst hinzu, dafür müsse der Zoo eben auch attraktiver werden. Der Stadt hat Wilms bereits seine Bilanz präsentiert. „Man sieht, es ist Erneuerungsbedarf vorhanden“, berichtet er vom vorläufigen Echo.

Für dieses Jahr sind keine Investitionen geplant – lediglich im Elefantengehege, das auf „geschützten Kontakt“ umgestellt werden müsse. Ansonsten werde vorläufig gespart. „Meine erste Amtshandlung hier war, 1,4 Millionen Euro aus dem laufenden Etat zusammenzukürzen.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3929694?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F4847812%2F4847829%2F
Nachrichten-Ticker