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Bayern gibt Startschuss für Schölers Care-Projekt

Münster -

In NRW abgeblitzt. In Bayern genommen. Prof. Hans Schöler und Ilse Aigner stellen das Care-Projekt in München vor.

Donnerstag, 21.04.2016, 09:04 Uhr

Hans Schöler und Ministerin Ilse Aigner stellten das Care-Projekt in der Münchner Residenz vor.
Hans Schöler und Ministerin Ilse Aigner stellten das Care-Projekt in der Münchner Residenz vor. Foto: Wirtschaftsministerium Bayern

Das vom münsterischen Stammzellforscher Prof. Hans Schöler konzipierte Care-Institut zur Medikamentenforschung („Centrum für Angewandte Regenerative Entwicklungstechnologien“) nimmt nun in München Form und Gestalt an. Bayerns Ministerin für Wirtschaft und Technologie, Ilse Aigner , stellte die Pläne jetzt in der Münchener Residenz vor führenden Repräsentanten der großen Pharma-Konzerne vor. Das Land Bayern fördert bekanntlich die Projektidee, die eigentlich in Münster realisiert werden sollte.

Das Land NRW war nach Prüfung des Projekts durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte zu der Entscheidung gekommen, das Institut sei nach dem Haushaltsrecht nicht förderfähig. Die Bayerische Staatsregierung sieht das anders. Der Landtag in München genehmigte im vergangenen Dezember 15 Millionen Euro Fördermittel im Nachtragshaushalt.

In Nordrhein-Westfalen bleibt das Care-Institut weiter ein Politikum. Die Opposition im Düsseldorfer Landtag spart angesichts der Care-Abwanderung nach München weiterhin nicht mit Kritik. Weshalb der Startschuss für das Projekt in Bayern nun auch den Sprecher von SPD-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze auf den Plan rief. Dem NRW-Wissenschaftsministerium, in dem das gescheiterte Genehmigungsverfahren seinerzeit bearbeitet wurde, ist es wichtig zu betonen, dass in NRW grundsätzlich ein anderer Förderantrag gestellt worden sei als nun in Bayern. „Der Hauptunterschied: In Bayern beantragt die Care GmbH nach unserem vorläufigen Kenntnisstand eine dreijährige Projektförderung mit Eigenanteil“, so der Sprecher. „In NRW beantragte die Care gGmbH eine institutionelle Förderung mit zehnjähriger Förderperspektive und bis zu hundertprozentiger Förderung durch das Land.“

Dr. Ulrich Gerth, der das Projekt mit Hans Schöler bereits in Münster vorantrieb, hat diese Aufgabe in München fortgesetzt. Er widerspricht der Darstellung des NRW-Ministeriums: „Wir sind in Bayern mit demselben Antrag angetreten wie in Nordrhein-Westfalen“, sagt Gerth. Im Januar soll der Betrieb in Laborräumen in Martinsried bei München aufgenommen werden. „Ich freue mich, dass wir jetzt arbeiten können“, sagt Gerth.

Das Care-Institut soll mit Stammzelltechnologie die Wirkstoffforschung vereinfachen. Der frühere NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hatte vor der Landtagswahl 2010, die er dann verlor, die Förderung des Care-Projekts zugesagt.

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