Scharfe Diskussion
Jugendrat: Verwaltung wehrt sich gegen Vorwürfe

Münster -

Schlagaustausch im Jugendausschuss: Vor allem die Grünen warfen der Verwaltung vor, in die Arbeit des Jugendrates einzugreifen.

Freitag, 22.04.2016, 13:04 Uhr

 Der münsterische Jugendrat.
 Der münsterische Jugendrat. Foto: kv

Der Jugendrat soll 2017 wieder im Rahmen einer Urnenwahl gewählt werden. Dafür sprach sich am Mittwochabend einstimmig der Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien aus. An der Online-Wahl im vergangenen Jahr hatten sich gerade mal 7,8 Prozent der Wahlberechtigten beteiligt.

Die Rückkehr zur Urnenwahl sei eine „zwingende Konsequenz aus dem Wahl-Desaster vom Vorjahr“, stellte die CDU klar. Noch deutlicher wurden die Grünen. Sie unterstellten der Verwaltung, dass diese dem Jugendrat die am Ende gescheiterte Online-Wahl regelrecht aufgedrückt habe – obwohl diesem eine Urnenwahl lieber gewesen wäre. „Erwachsene stellen fest, bewerten und sagen dann, wo es langgeht“, kritisierten die Grünen – die Jugendlichen hätten am Ende nur die Möglichkeit zu kuschen.

Vehement wehrte sich Stadtrat Thomas Paal gegen solche Unterstellungen. Sie seien „unnötig, angreifend und zum Teil unzutreffend“. Die Verwaltung habe zu keinem Zeitpunkt den Jugendrat über den Tisch gezogen oder womöglich erpresst. „Wie hier das Verhältnis zwischen Jugendrat und Verwaltung gesehen wird, erschreckt mich“, stellte auch Amtsleiterin Anna Pohl klar. „Bei uns werden nicht Papiere entwickelt, die der Jugendrat abnicken muss. So etwas zu behaupten, ist völlig daneben“, so Pohl. Vielmehr sei es Ziel der pädagogisch geschulten Mitarbeiter der Verwaltung, die Jugendlichen ernst zu nehmen und ihnen Beteiligungsmöglichkeiten zu erschließen. Zugleich betonte sie, dass ihr Amt auch 2017 kein Personal für eine Urnenwahl zur Verfügung stellen könne. Stattdessen könnten ja neben freien Trägern auch Mitglieder des Ausschusses aushelfen, so Pohl.

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