Care-Institut
Weiter Hick-Hack um Prestige-Projekt

Münster -

Das ambitionierte Care-Projekt des münsterischen Stammzellforschers Hans Schöler ist nach Bayern gewandert. Der Streit darum will trotzdem kein Ende nehmen.

Dienstag, 26.04.2016, 06:04 Uhr

Stammzellforscher Prof. Hans Schöler wollte das Care-Institut in Münster ansiedeln. Nun treibt er das Projekt in München voran.
Stammzellforscher Prof. Hans Schöler wollte das Care-Institut in Münster ansiedeln. Nun treibt er das Projekt in München voran. Foto: Jürgen Peperhowe

Der Startschuss für das Care-Projekt in Bayern facht, wie berichtet, erneut den politischen Streit im Düsseldorfer Landtag an. Während die liberale Abgeordnete Angela Freimuth kritisiert, dass mit dem Projekt zur Medikamentenforschung mit Stammzelltechnologien Innovationen aus NRW abwandern, verweist das SPD-geführte Wissenschaftsministerium abermals darauf, dass in Bayern ein „grundsätzlich anderer Förderantrag“ gestellt worden sei. „Der Titel ist gleich, der Inhalt verschieden“, so Hermann Lamberty, der Sprecher von Wissenschaftsministerin Svenja Schulze.

Eine klare Antwort gibt auch Dr. Ulrich Gerth, der in München nun die Projekt-Idee des münsterischen Stammzellforscher Hans Schöler vorantreibt, nicht. Auf Anfrage unserer Zeitung erklärt er Folgendes:

„Es wurde weder in NRW noch wird in Bayern die Absicht verfolgt, innerhalb weniger Jahre ein sich selbst tragendes Unternehmen aufzubauen. (...) Unsere Planungen und unsere Gespräche gingen immer von einer staatlichen Finanzierung aus, die schrittweise durch Einnahmen aus kooperativen Forschungs- und Entwicklungsprojekten ergänzt oder auch ersetzt werden können. Daran hat sich nichts geändert.

Und weiter: Es war und ist immer unsere Absicht gewesen, nicht nur fachwissenschaftlich, sondern auch finanzwirtschaftlich verantwortlich zu handeln.

Zu etwaigen Förderhöhen oder Förderquoten möchten wir uns überhaupt nicht öffentlich äußern, weder in NRW noch in Bayern; dies ist nach unserer Einschätzung kein Gegenstand für eine öffentliche Debatte, jedenfalls haben sich – so viel dürfen wir sagen – die zentralen finanzwirtschaftlichen Randbedingungen in Bayern nicht verändert.“

Der Sprecher des NRW-Wissenschaftsministeriums in Düsseldorf erinnert in seiner Erklärung daran: „Bei Eintreten der Planzahlen hätte die Care GmbH im Jahr 2023, am Ende des Planungszeitraumes, laut Wirtschaftsprüfern Insolvenz anmelden müssen.“

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