Brandstiftung in Hiltruper Flüchtlingsunterkunft
Anschlag löst großes Entsetzen aus

Münster -

Der Brandanschlag auf die noch im Bau befindliche Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil Hiltrup hat in der Stadt großes Entsetzen und Betroffenheit ausgelöst. Staatsanwaltschaft, Polizei und Verwaltung gehen von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Donnerstag, 28.04.2016, 22:04 Uhr

Hinter Absperrband laufen derzeit die Ermittlungen in der Flüchtlingsunterkunft im Bereich der Westfalenstraße, auf die in der Nacht zu Donnerstag ein Brandanschlag verübt wurde. Die beiden städtischen Dezernenten Wolfgang Heuer und Cornelia Wilkens sind entsetzt über diese Tat.
Hinter Absperrband laufen derzeit die Ermittlungen in der Flüchtlingsunterkunft im Bereich der Westfalenstraße, auf die in der Nacht zu Donnerstag ein Brandanschlag verübt wurde. Die beiden städtischen Dezernenten Wolfgang Heuer und Cornelia Wilkens sind entsetzt über diese Tat. Foto: Oliver Werner

„Ich bin sehr erschrocken, weil wir uns in Münster eine solche Tat bislang nicht vorstellen konnten“, sagt die für Flüchtlingsfragen zuständige Dezernentin Cornelia Wilkens , die sich direkt am Donnerstagvormittag mit Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer , Feuerwehrchef Benno Fritzen sowie weiteren Vertretern der Stadt vor Ort einen ersten Eindruck über die Sach- und Schadenslage verschaffte.

 

Wilken und Heuer besichtigen die Brandstelle

 

Politische Situation seit Donnerstag verändert

Heuer geht von „irren Einzeltätern“ aus. „Dieser Anschlag wird uns nicht vom Kurs der Willkommenskultur abbringen“, sagt er. Gleichwohl sei die politische Situation seit Donnerstag eine andere. In Münster gibt es derzeit 70 Einrichtungen für Flüchtlinge. „Wir gehen derzeit davon aus, dass der Anschlag gezielt auf diesen Standort verübt wurde und für die übrigen Flüchtlingseinrichtungen unmittelbar kein erhöhtes Risiko besteht“, sagt Wilkens.

Ich bin sehr erschrocken, weil wir uns in Münster eine solche Tat bislang nicht vorstellen konnten.

Dezernentin Cornelia Wilkens

In der Nacht hatten bislang unbekannte Täter an der Rückseite der an der Westfalenstraße geplanten Flüchtlingsunterkunft mehrere Scheiben eingeschlagen und sich so Zutritt zu dem Gebäude verschafft. Ein Bekennerschreiben wurde nicht gefunden. Der Staatsschutz sicherte bis zum Nachmittag Spuren.

Ein Kommentar zum Thema

Der Brandanschlag auf das sich noch im Bau befindliche Flüchtlingsheim in Münster-Hiltrup ist ein abscheuliches Verbrechen, das für Münster neu und durch nichts zu rechtfertigen ist.

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Anschlag auf geplante Flüchtlingsunterkunft in Hiltrup

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  • Eine im Bau befindliche Flüchtlingsunterkunft in Hiltrup wurde schwer beschädigt.

    Foto: Oliver Werner
  • Sozialdezernentin Cornelia Wilken und Feuerwehrdezernent Wolfgang Heuer besichtigen die Brandstelle.

    Foto: Oliver Werner
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Sachschaden vergleichsweise gering

Nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei hatten die Täter in beiden Etagen mehrere Brandsätze gezündet. Handwerker bemerkten am Donnerstag gegen 7 Uhr Rauch und Brandgeruch in dem noch unbewohnten Bau und riefen Polizei und Feuerwehr. Die Einsatzkräfte mussten keine größeren Löscharbeiten verrichten. Es gab zwar zahlreiche Glutnester, „professionelle Brandstifter aber wären anders vorgegangen“, sagt Wilkens. So blieb es mehr bei dem Versuch, Feuer zu legen. Der Sachschaden wird aber vergleichsweise gering ausfallen. „Es ist allerdings nur ein Zufall, dass das Gebäude nur schwach beschädigt wurde“, sagt Heuer.

Brandanschlag in Hiltrup

Der Bau des über eine Million Euro teuren Gebäudes an der städtischen Sportanlage Süd ist in Hiltrup nicht unumstritten. 50 allein­stehende Männer sollen dort untergebracht werden. Seit gut drei Monaten entsteht das Haus in Holzrahmenbauweise. „Die zweigeschossige Flüchtlingsunterkunft sollte zum 1. Juni bezogen werden“, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Botzenhardt. Durch den Anschlag verzögert sich das. Die Baustelle bleibt gesperrt. 

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