Heinrich Timmerevers: Von Vechta nach Dresden
Kontrasterfahrung

So ist das mit Bischofsernennungen. Manche Kandidaten werden gehandelt, andere stehen nie auf irgendeiner Liste. Die Ernennung des münsterischen Weihbischofs im Offizialatsbezirk Oldenburg zum neuen Bischof des Bistums Dresden-Meißen hatte wohl niemand aus der Reihe der bekannten kirchlichen Auguren auf der Rechnung.

Freitag, 29.04.2016, 13:04 Uhr

Heinrich Timmerevers: Von Vechta nach Dresden : Kontrasterfahrung
Heinrich Timmerevers (l.) und Bischof Felix Genn Foto: Bistum Münster

Heinrich Timmerevers (63), gebürtig aus Nikolausdorf/Garel und seit 2001 als Nachfolger des Havixbeckers Max-Georg Freiherr von Twickel (1925-2013) Offizial im oldenburgischen Bistumsteil mit Sitz in Vechta , agierte als oldenburgisches Eigengewächs durchsetzungsstark, aber ansonsten eher unauffällig im nördlichen Bistumsteil.

Münsters Bischof Felix Genn , seit 2013 in der Nachfolge des Kölner Kardinals Joachim Meisner Mitglied der römischen Bischofskongregation und mit dessen Präfekten Kardinal Marc Ouellet befreundet, dürfte ein gewichtiges Wörtchen bei dieser Personalie mitgesprochen haben. Der in aller Regel angeratene theologische Doktortitel schien diesmal nicht so wichtig zu sein wie die bischöfliche Erfahrung und das mit dem Amt verbundene Durchsetzungsvermögen, das Heinrich Timmerevers mitbringt. Über die Fokolar-Bewegung ist er zudem weltkirchlich vernetzt, und von Felix Genn ist bekannt, dass er diese neuen geistlichen Bewegungen wegen ihrer spirituellen Stärke schätzt.

Dresden-Meißen wird in den kommenden zwölf Jahren für Timmerevers Herausforderung und Kontrasterfahrung zugleich. Anders als im Oldenburger Münsterland, wo die Familien groß und die Kirchen noch voll sind, muss er dort die verstreute Minderheit der Katholiken kräftigen. War Timmer­evers in seiner Bistumsregion für 260 000 Katholiken zuständig, so zählt das Diaspora-Bistum dort nur gut die Hälfte.

Felix Genn wird als römischer Personalplaner auch bei künftigen Ernennungen seinen Einfluss geltend machen. Vermutlich nicht in Limburg, wo kaum mit einer erneuten Besetzung aus Münster zu rechnen ist. Aber möglicherweise in Aachen. Der laufende Generationswechsel auf den Bischofsstühlen mit dem Mainzer Kardinal Karl Lehmann an der Spitze offenbart zugleich schmerzlich, dass die bischöfliche Personaldecke mit theologisch herausragenden und zugleich charismatischen Persönlichkeiten kleiner wird.

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