Stehende Windräder sorgen für Ärger
Dem Start folgte gleich der Stillstand

Münster -

Tja, da haben sie nun Windräder. Aber sie drehen sich nicht. Warum, das wollten die Genossenschaftler von den Münsters Stadtwerken erfahren.

Sonntag, 01.05.2016, 06:05 Uhr

Diese gewaltigen Rotorblätter, die 2014 an drei Windrädern montiert wurden, sind schadhaft.
Diese gewaltigen Rotorblätter, die 2014 an drei Windrädern montiert wurden, sind schadhaft. Foto: Grottendieck

Stell dir vor, dir gehört ein Windrad , und das Windrad dreht sich nicht. Mit genau diesem Gefühl besuchten am Donnerstagabend 127 Mitglieder der Genossenschaft „Unsere Münster-Energie“ die Jahresversammlung in den Räumen der Stadtwerke Münster . Es war die erste Jahresversammlung der noch blutjungen Genossenschaft – und im Mittelpunkt standen nicht Fragen nach Dividende und Gewinnerwartung, sondern die Frage, warum die Windräder kaputt sind.

Diese Fragen zu beantworten, war die Aufgabe von Dr. Dirk Wernicke , technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Münster. Die Stadtwerke betreiben die drei defekten Windräder, um die es geht, im Auftrag der Genossenschaft und führen deshalb auch die Entschädigungsgespräche mit der Herstellerfirma Nordex aus Hamburg.

Zunächst einmal gab Wernicke eine klare Entwarnung: Der Umstand, dass die Windräder (eines in Amelsbüren, zwei in Roxel) seit Februar nicht in Betrieb sind, führe zu keinerlei finanziellen Nachteilen für die Genossenschaft. Nordex hafte für die schadhaften Windräder und müsse deshalb auch die entstehenden Gewinnausfälle ausgleichen.

Der Fehler betrifft nach Auskunft Wernickes die insgesamt neun Rotorblätter an den drei Windrädern. Bei einer konkret eingrenzbaren Charge von Rotorblättern seien sie Stege im Innern der Rotorblätter nur unzureichend mit den Schalen drum herum verklebt worden, so dass kein ausreichendes „Haftvermögen“ vorhanden sei.

Die Auswirkungen sind dramatisch. Ab Mitte Juni werden an allen drei Windrad-Masten wieder gewaltige Kräne aufgebaut, um die schadhaften Blätter zu demontieren und die neuen anzubringen. Damit verbunden sind natürlich auch die Großtransporte, die beim Bau der Windräder im Spätsommer 2014 in Amelsbüren und Roxel buchstäblich unübersehbar waren.

Der Auftakt der Reparaturarbeiten erfolgt in Amelsbüren.

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