Kita-Pläne auf dem Schulhof
Kinderbesuch im OB-Büro

Münster -

Die Eltern der Hermannschule wollen den Schulgarten ihrer Kinder auf dem Gelände am Dahlweg erhalten. Sie wollen einen Aufschub der Entscheidung im rat erreichen, dass hier eine Kita gebaut wird.

Mittwoch, 04.05.2016, 11:05 Uhr

Kinder der Hermannschule übergaben am Dienstag Oberbürgermeister Markus Lewe einen Brief mit 194 Unterschriften: Sie wollen, dass das Gelände ihres Schulgartens erhalten bleibt. Die Stadt will dort eine Kita bauen.
Kinder der Hermannschule übergaben am Dienstag Oberbürgermeister Markus Lewe einen Brief mit 194 Unterschriften: Sie wollen, dass das Gelände ihres Schulgartens erhalten bleibt. Die Stadt will dort eine Kita bauen. Foto: Oliver Werner

Kinder der Hermann-Grundschule am Dahlweg lernten am Dienstagnachmittag das Büro des Oberbürgermeisters kennen. Sie überreichten Markus Lewe einen selbst geschriebenen Brief mit 194 Unterschriften und einer großen Bitte: Sie möchten ihren Schulgarten auf dem Gelände im dicht bebauten Südviertel erhalten wissen.

Dort will die Stadt bekanntlich eine Kita errichten, denn Betreuungsplätze für die Kleinsten im Viertel sind sehr knapp. Der Rat soll den Beschluss dazu am 11. Mai fassen – doch das wollen die Eltern nun erst einmal verhindern. „Wir haben einen Antrag nach der Gemeindeordnung gestellt, mit dem Ziel, die Entscheidung zu vertagen“, informierte Schulpflegschaftsvorsitzende Michaele Tenbohlen am Montagabend Eltern von Hermann-Schülern, die zu einer Versammlung in die Schule gekommen waren.

Die Eltern fühlen sich von der Stadt „übergangen“ und von der anstehenden Entscheidung „überfahren“, fasste Tenbohlens Stellvertreterin Andrea Schmitz zusammen. „Es soll so schnell entschieden werden, damit sich erst gar kein Widerstand formieren kann“, argwöhnen die Schulpflegschaftsvertreterinnen. Nach Gesprächen mit Politik und Verwaltung sei klar: „Nicht alle Fragen, die mit dem Kita-Bau zusammenhängen, sind hinreichend von der Verwaltung geprüft worden“, so Schmitz.

Die Schulpflegschaft sieht Probleme wegen des durch den Kita-Bau zu klein werdenden Schulhofs. Dass die Stadt zugesagt habe, den Garten auf das Schulgelände zu verlegen, kann die beiden Schulpflegschaftsvorsitzenden nicht trösten. Sie vertrauen der Stadt nicht: „Es wird nie dazu kommen, dass die Stadt hier einen neuen Garten anlegt“, schimpft Andrea Schmitz. „Das Angebot ist eine Mogelpackung“, behauptet sie. Während einige Mütter über Alternativ-Standorte für die kurzfristige Schaffung von Kita-Plätzen nachdachten, warnte Elmar Lemken, stellvertretender Vorsitzender der Stadtelternschaft Münster , genau vor einem solchen Vorgehen: „Es wäre fatal, wenn Interessen der Eltern von Schulkindern gegen die von Eltern angehender Kita-Kinder ausgespielt werden könnten“, so Lemken. Auch sein Vorwurf an die Stadt lautet: „Hier wird zu kurzfristig geplant“.

Er empfiehlt nach einem Aufschub der Entscheidung eine sorgfältige Abwägung – vor allem vor dem Hintergrund, dass mittelfristig auch eine Schulerweiterung geplant sei.         

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