Debatte am Hittorf-Gymnasium
Abschottungspolitik

Münster -

Marijke Mulder nannte die europäische Politik gegenüber Flüchtlingen in erster Linie eine Abschottungspolitik. Trifft das zu? Am Hittorf wurde darüber diskutiert.

Freitag, 06.05.2016, 09:05 Uhr

Eine Podiumsdiskussion, unter anderem mit Jochen Köhnke und Henning Höne (vorne, v.l.), leitete den Europatag am Hittorf-Gymnasium am Mittwoch ein.
Eine Podiumsdiskussion, unter anderem mit Jochen Köhnke und Henning Höne (vorne, v.l.), leitete den Europatag am Hittorf-Gymnasium am Mittwoch ein. Foto: uwa

Mit ihrer These eröffnete die Referentin des Instituts für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit am Mittwoch eine Podiumsdiskussion beim Europatag im europazertifizierten Hittorf-Gymnasium.

Den rund 120 Gymnasiasten im Musiksaal sollte mit der Debatte die Bedeutung der Europäischen Union als Akteur in der Flüchtlingspolitik näher gebracht werden und sie in die Lage versetzen, sich selbst ein Bild von der Situation zu verschaffen.

FDP-Landtagsabgeordneter Henning Höne nannte es wichtig für die Akzeptanz der Asylpolitik in der Bevölkerung, dass es zu einer europaweiten Verteilung der flüchtenden Menschen komme. „Es kann nicht sein, dass sich einige einen schlanken Fuß machen“, sagte er im Hinblick auf Länder, die keine der Schutzsuchenden aufnähmen.

Eine Verteilung widerspreche den Menschenrechten, betonte Markus Beinhauer von der GGUA-Flüchtlingshilfe. „Wir erleben gerade eine Verschärfung der Asylgesetze ohnegleichen“, fügte er hinzu. Dabei werde der Lebensstandard der Menschen in diesem reichen Land durch die Ankommenden überhaupt nicht eingeschränkt. Außerdem trage Europa eine Mitverantwortung für die Fluchtursachen.

Durch die Flüchtlingskrise offenbare sich eine dramatische Situation, stellte der städtische Flüchtlingsdezernent Jochen Köhnke fest. Die EU sei keine Wertegemeinschaft im klassischen Sinne, sondern eine Interessengemeinschaft. Er schlug vor, Länder, die trotz Verteilerschlüssel noch keine Menschen aufnähmen, monetär zu versorgen. „Die Aufnahme muss für solche Staaten interessant werden.“

Martina Kreimann von der Freiwilligen-Agentur Münster und Diakon Miachael Peters, der die Flüchtlingshilfe im Südviertel koordiniert, nutzten das Podium, um die jungen Menschen aufzufordern, sich ehrenamtlich einzubringen. Selbst wer nur bei einer Essensausgabe helfe, teilte nicht nur Essen aus, sondern leiste einen integrativen Beitrag, sagte Keimann.

In vier Gesprächskreisen, auch mit Teilnehmern des Podiums, vertieften die Schüler und Schülerinnen das Thema nach der Diskussion. Workshops zur Flüchtlingspolitik schlossen sich an, bevor ein Europaquiz den Tag beendete.

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