Neues Album von Yvi Wylde
Diese Sängerin hat den Blues

Münster -

Yvi Wylde hat in Münster ein Country-Pop-Album aufgenommen. Seit vergangenen Freitag steht es in den CD-Läden. Das Ergebnis lässt keinen Zweifel: Diese Frau hat den Blues.

Dienstag, 10.05.2016, 08:05 Uhr

Yvi Wylde mit Schlagzeuger Rolf Hering und Bassist Hendrik Müller-Späth. Das Trio hat jetzt das Album „The Supersonic Karma“ veröffentlicht (kleines Bild), das sie in den Gruf-Studios am Hafen aufgenommen haben.
Yvi Wylde mit Schlagzeuger Rolf Hering und Bassist Hendrik Müller-Späth. Das Trio hat jetzt das Album „The Supersonic Karma“ veröffentlicht (kleines Bild), das sie in den Gruf-Studios am Hafen aufgenommen haben. Foto: Jan Fleer Pictures

Die 80er, ein vielgescholtenes Musikjahrzehnt . Manchmal auch nicht ganz zu unrecht. Dennoch gibt es einige Musiker, die sich zurückbesinnen und das Beste von damals mit Zutaten moderner Möglichkeiten vermengen und dadurch etwas sehr Originäres zaubern. Yvi Wylde zum Beispiel. Am vergangenen Freitag ist ihr Album „The Supersonic Karma” erschienen.

Es ist eine bunte und vielseitige Mischung geworden. „Somebody Stole My TV” tangiert den Hardrock, das Gitarrensolo auf „You Don’t Have To Be Strong” schwört den Blues herauf und bei „Pretty Electric“ klingt gar Allanah Myles durch.

Marketing für das neue Album

Zudem bezieht es sich textlich auf Richie Kotzen , den Gitarristen von Poison und Mr. Big, mit dem Yvi Wylde bereits zusammengearbeitet hat. Und das Album birgt durchaus auch radiotaugliche Nummern wie das country-poppige „Baby I Feel Alright”.

Kann man mit einer CD noch berühmt werden? „Wir versuchen über die Medien zu gehen, denn die Möglichkeiten allein über das Internet - zum Beispiel über youtube - zu gehen, die haben alle anderen Musiker auch”, weiß Wylde, die im Marketing arbeitet und mit der Musik nicht hauptberuflich ihr Geld verdient.

Ein Teil der Songs wurde im „Gruf”-Studio am Hafen in Münster aufgenommen. „Die ersten Songs für eine EP haben wir noch in Bielefeld eingespielt, dann kam aber das Osnabrücker Timezone-Label auf uns zu, und wir haben die restlichen Tracks in Münster aufgenommen”, sagt Yvi Wylde.

Yvi Wlyde bei den Aufnahmen zum Debütalbum

1/9
  • Aufnahme mit Blick auf den Hafen: Sängerin und Gitarristin Yvi Wylde singt einen Track ein.

    Foto: Carsten Vogel
  • Diplom-Musiker Phil Kamp in seinem " Gruf "-Aufnahmestudio.

    Foto: Carsten Vogel
  • Schlagzeuger Rolf Hering hat bereits als Drummer bei der aktuellen Tour von "Unheilig" ausgeholfen.

    Foto: Julia Kwiatkowski
  • Der Hut gehört bei Yvi Wylde dazu.

    Foto: Julia Kwiatkowski
  • Harmonieren: Gitarre und Radio im Aufnahmestudio.

    Foto: Carsten Vogel
  • Es sind die letzten vier Songs, die noch aufgenommen werden müssen, dann ist das Album unter Dach und Fach.

    Foto: Julia Kwiatkowski
  • Bassist Hendrik Müller-Späth spielt auch nebenbei in einer Paderborner Coverband.

    Foto: Julia Kwiatkowski
  • Damit auch jeder im Tonstudio weiß, wie die Technik funktioniert.

    Foto: Carsten Vogel
  • Yvi Wylde hat bereits als Support von "Poison"- und "Mr. Big"-Gitarrist Richie Kotzen gespielt.

    Foto: Julia Kwiatkowski

Wie fühlt sich das an, wenn so ein Album auf dem Markt ist? „Das ist jetzt das erste Album, das wir mit einem Label vertreiben. Ein wirklich spannendes Gefühl. Das eine oder andere Review haben wir im Netz bereits gefunden”, erzählt die gebürtige Ostwestfälin.

Den Begriff „Glamrockdis­coblues” für ihre Musik hat Drummer Rolf Hering geprägt, der genau wie Bassist Hendrik Müller-Späth aus Münster kommt und das Trio bei den Albumaufnahmen komplettiert hat.

„Unsere Musik ist kommerziell, aber nicht konventionell”, sagt Wylde und ergänzt, dass es schon 80er-Jahre-Anklänge à la Huey Lewis and the News gäbe, aber mit einer gehörigen Portion Gitarre. Diese sei auch das Bindeglied der zehn Songs auf dem Album.

Deprimierendes Jahr für die Musikgeschichte

Und wie war das mit der angekündigten Hochzeit auf Facebook? „Das war nur ein Scherz, sowas poste ich manchmal. Obwohl ja auch der ‚Wedding Blues’ auf dem Album ist, aber den habe ich für eine Nachbarin geschrieben”, sagt Wylde und lacht. Gar nicht lustig allerdings empfand sie das aktuelle Jahr für große Musiker.

Am Todestag von Prince schrieb sie auf ihre Facebook-Timeline: „Was ein deprimierendes Jahr für die Musikgeschichte. Heute auch noch Prince, einer meiner größten musikalischen Einflüsse.”

Ausgerechnet auch noch ein Musiker aus den 1980er Jahren.

Jetzt spielt die Band erstmal auf Festivals , im Herbst ist Yvi Wylde dann wieder akustisch unterwegs. Mit dem neuen Album im Gepäck, dürfte einer erfolgreichen Promotion nichts im Weg stehen.

Der Facebook-Post wird geladen
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3993537?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F4847812%2F4847827%2F
1700 Schweine in Flammen verendet
Spurensuche nach dem Großbrand: 1700 Schweine in Flammen verendet
Nachrichten-Ticker