Kleine Anfrage im Landtag
Primus zweizügig: Antrag steht noch aus

Münster -

Das Land hat bereits signalisiert, dass der Schulversuch Primus in Münster auch zweizügig fortgesetzt werden kann. Zwei FDP-Abgeordnete im Landtag stellten dazu eine kritische kleine Anfrage.

Mittwoch, 11.05.2016, 12:05 Uhr

Unterricht in der Primusschule –  hier bei einem Besuch des Berliner Pädagogen Lothar Sack (l.).
Unterricht in der Primusschule –  hier bei einem Besuch des Berliner Pädagogen Lothar Sack (l.). Foto: Günter Benning

Für die beiden FDP-Landtagsabgeordneten Yvonne Gebauer und Henning Höne ist der Modellversuch der Primus-Schulen in NRW ein „rot-grünes Prestigeprojekt“. Das haben sie in ihrer Kleinen Anfrage an die Landesregierung so formuliert. Kritisch befassen sich die beiden Liberalen dort mit der Ausgestaltung des Modellversuchs in Münster .

Die Primus-Schulen laufen von der ersten bis zur zehnten beziehungsweise 13. Klasse durch. In Münster wird das Modell an den Standorten der Grundschule in Berg-Fidel und der auslaufenden Geistschule im benachbarten Geistviertel erprobt.

Gebauer und Höne stellen zusammengefasst die Frage, warum die Primus-Schule in Münster entgegen den geltenden Rahmenbedingungen lediglich zwei- statt dreizügig weitergeführt werden könne.

Bekanntlich hatte das Schulministerium der Stadt Münster signalisiert, dass dies möglich sei, nachdem die Primus-Schule auch im dritten Anlauf nicht die erforderliche Mindestanmeldezahl von 75 i-Dötzchen erreicht hatte. Nach den vom Land selbst formulierten Bedingungen kann die Genehmigung als zweizügige Schule nur erfolgen, wenn die betreffende Schule das letzte weiterführende Schulangebot einer Kommune darstellt – in der Großstadt Münster nicht der Fall. Auf die Frage der FDP-Abgeordneten nach diesem Widerspruch teilte jetzt die Landesregierung mit, die Stadt Münster habe bisher gar keinen entsprechenden Antrag gestellt.

Das bestätigt der stellvertretende Leiter des Schulamtes, Wolfgang Wimmer. Der bisher geltende Ratsbeschluss zur Primusschule beziehe sich auf eine dreizügige Schule. Um den Antrag auf Genehmigung von Primus mit zwei Zügen formal zu stellen, müsse der Rat einen neuen Beschluss fassen. Dazu bereitet die Verwaltung derzeit einen Vorschlag vor, so Wimmer. Zum kommenden Schuljahr waren im vergangenen Herbst für den ersten Jahrgang an der Primusschule 53 Kinder angemeldet worden.

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