Etliche Tiere sind bereits mit dem Myxomatose-Erreger infiziert
Kaninchen-Seuche ist zurück

Münster -

Die Kaninchenseuche Myxomatose ist wieder ausgebrochen. Am Ludgerikreisel hocken etliche Tiere mit verklebten, geschwollenen Augen und struppigem Fell auf dem Rasen, hoppeln orientierungslos umher. Jedes Jahr sucht die Krankheit einen Teil der münsterischen Kaninchen heim – allerdings in der Regel erst im Sommer.

Samstag, 28.05.2016, 10:05 Uhr

Im Ludgerikreisel sind bereits etliche Kaninchen an der Seuche erkrankt.
Im Ludgerikreisel sind bereits etliche Kaninchen an der Seuche erkrankt. Foto: Matthias Ahlke

„Wir sind diesmal früher dran als sonst“, erklärt der städtische Förster Hans-Ulrich Menke . Auf den Grünflächen im gesamten Stadtgebiet grassiere die Kaninchenseuche wegen des milden Winters bereits jetzt. „Die Viren stecken seit Jahren in ihren Bauten und werden mit der Wärme des Frühjahrs aktiv“, weiß der Mitarbeiter des Grünflächenamtes. Durch gegenseitige Ansteckung würde der Bestand von bis zu 100 Tieren am Ludgerikreisel in jedem Sommer um bis zu 90 Prozent dezimiert.

Deutlich von sich weist Hans-Ulrich Menke allerdings das Gerücht, er und seine Mitarbeiter würden selbst immer wieder die Kaninchen mit dem Myxomatose-Erreger infizieren, um die Population zu verringern. „Das machen wir natürlich nicht“, betont er.

Allerdings sei es auch nicht möglich, die Tiere wie Hauskaninchen gegen die Krankheit zu impfen. „Es sind nun einmal Wildtiere, bei denen sich die Natur selbst regelt, auch wenn es grausam erscheint.“

Ähnlich sei das auch bei RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease, auch „Chinaseuche“ genannt“), an der seit 1994 in Münster immer wieder ganze Gruppen verenden. „Hier sterben die Tiere meist schnell in ihren Bauten“, weiß Menke. Deshalb sei die Krankheit weniger sichtbar.

Beide Seuchen seien aber hoch ansteckend, weshalb Besitzer von Zwerg- und Hauskaninchen ihre Tiere unbedingt regelmäßig impfen lassen sollten. Gerade weil sich derzeit auch ein neuer Stamm von RHD im Münsterland ausbreitet, sollten Tierbesitzer zudem mit dem Pflücken von Gräsern und Kräutern auf Wiesen oder im Garten vorsichtig sein, da es gegen RHD-2 noch keinen Impfstoff gibt. Auf Hunde, Katzen oder Menschen sind beide Seuchen aber nicht übertragbar, beruhigt Menke.

Kranke Kaninchen sollten, obwohl sie offensichtlich leiden und erbärmlich aussehen, nicht angefasst oder zum Tierarzt gebracht werden, rät der Stadtförster. Für Wildtiere bedeute ein solcher Transport nur Stress, und auch der Arzt könne die Kaninchen nur einschläfern. Wer ein verendetes Tier in seinem Garten oder vor dem Haus findet, darf es auf keinen Fall im Restmüll oder in der Biotonne entsorgen. Karola Weißbrich von den Abfallwirtschaftsbetrieben Münster (AWM) rät, Kadaver nach telefonischer Voranmeldung direkt bei den AWM an der Rösnerstraße abzuliefern, da tote Tiere derzeit nicht abgeholt werden könnten. Wer ein totes Kaninchen im eigenen Garten vergraben wolle, solle darauf achten, das Loch etwa 80 Zentimeter tief auszuheben.

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