Party im Hafen
Kongolese durfte nicht mitfeiern

Münster -

Ein Kongolese durfte bei einer Party im Hafen nicht mitfeiern. „Rassismus“, schimpft seine Bekannte. Doch der Veranstalter weist das scharf zurück.

Montag, 06.06.2016, 07:00 Uhr aktualisiert: 06.06.2016, 13:28 Uhr
Party im Hafen : Kongolese durfte nicht mitfeiern
(Archivbild) Foto: Markus Lehmann

Mehr als 12 000 Facebook-Nutzer hatten per Mausklick bestätigt, dass sie Interesse an der Party auf dem Coconut Beach im Hafen haben. Am Ende feierten rund 2000 – weil einfach nicht mehr Platz ist. Viele mussten draußen bleiben – darunter ein Freund von Nora Siepenkort. Die 19-Jährige glaubt, dass ihrem Bekannten der Zutritt verwährt wurde, weil er eine andere Hautfarbe hat. Er stammt aus dem Kongo. Das „Nein“ bewertet sie als „rassistisch“.

Veranstalter weist Vorwürfe zurück

Ein Vorwurf, gegen den sich der Ausrichter der Party, die vor einer Woche stattfand, vehement wehrt. „Dass jemand nicht rein kommt, weil er schwarz ist – das gibt es nicht“, versichert Dominik Becker vom Veranstalter „Vibetown“.

Nora Siepenkort will eineinhalb Stunden lang beobachtet haben, dass auch andere sogenannte Südländer nicht auf die Sandfläche durften – „dabei waren alle ordentlich angezogen“.

Als sie dies auf der Facebook-Seite der Veranstaltung gepostet habe, sei ihr Eintrag gelöscht und sie danach gesperrt worden.

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Foto: Screenshot von der Facebook-Seite der Veranstaltung

Einige Beschwerden von Partygängern

Schwere Vorwürfe. Dominik Becker räumt ein, dass er „ein oder zwei Einträge“ tatsächlich gelöscht hat. „Die waren in der Wortwahl unterhalb der Gürtellinie“, betont er.

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Foto: Screenshot von der Facebook-Seite der Veranstaltung

Zugleich bestätigt Becker, dass es einige Beschwerden von Partygängern gegeben habe, dass sie nicht reingelassen wurden. „Darauf haben wir reagiert, diese Personen werden beim nächsten Mal auf der Gästeliste stehen.“

Becker stellt klar: „Bei der Party waren viele Menschen dabei, die eine andere Hautfarbe oder einen Migrationshintergrund haben. Ich glaube sogar, dass kein einziges Mitglied des DJ-Teams Deutscher war.“

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