25-jähriger Hiltruper bestreitet Brandanschläge auf Flüchtlingsheim
Zweiter Tatverdächtiger sitzt in Untersuchungshaft

Münster-Hiltrup -

Der zweite Tatverdächtige sitzt seit Dienstagnachmittag in Untersuchungshaft. Der 25-Jährige bestreitet allerdings die Brandlegungen in der Hiltruper Flüchtlingsunterkunft. Ein 23-jähriger Hiltruper hatte bereits beide Taten eingeräumt, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Dienstag, 07.06.2016, 19:06 Uhr

Auf die geplante Flüchtlingsunterkunft war am Samstag ein Brandanschlag verübt worden.  
Auf die geplante Flüchtlingsunterkunft war am Samstag ein Brandanschlag verübt worden.   Foto: Matthias Ahlke

Der 25-jährige Mann, der am Montag von der Polizei im Zusammenhang mit den Brandschlägen auf die geplante Flüchtlingsunterkunft in Hiltrup in seiner Wohnung festgenommen worden war, sitzt seit Dienstagnachmittag in Unterhaft. Ein Richter ordnete das an.

Der arbeitslose Hiltruper, der die deutsche und die polnische Staatsangehörigkeit besitzt, ist laut Staatsanwaltschaft dringend verdächtig, an dem ersten Brandanschlag beteiligt gewesen zu sein. Die Fahnder berufen sich dabei auf die bislang geführten Ermittlungen. Indes: „Der Tatverdächtige bestreitet die Brandlegung in der Flüchtlingsunterkunft“, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Botzenhardt . Inwieweit sich der Verdacht gegen den Mann bestätigt, werde Gegenstand weiterer Ermittlungen sein, heißt es.

Die noch im Bau befindliche Flüchtlingsunterkunft, in der 50 alleinstehende Männer im Sommer einziehen sollen, war binnen fünf Wochen zweimal das Ziel eines Brandanschlages gewesen, zuletzt in der Nacht zu Samstag. Ein 23-jähriger Hiltruper, den die Polizei am frühen Sonntagabend festgenommen hatte, habe beide Taten bereits eingeräumt. „Nach seinen Angaben wollte er verhindern, dass Flüchtlinge in die Unterkunft einziehen“, sagt Oberstaatsanwalt Botzenhardt.

Wie aus Hiltrup zu hören ist, sollen die Festnahmen durch Hinweise möglich gewesen sein. So habe mindestens einer der Verdächtigen mit den Taten geprahlt und sich damit um Kopf und Kragen geredet.

Die Stadt Münster hat sich dazu entschieden, geplante Flüchtlingsunterkünfte besser einsehbar zu machen. So soll an dem Tatort in Hiltrup die Hecke zurückgeschnitten werden. Zugleich soll es rund um Flüchtlingseinrichtungen in den Nachtstunden heller werden etwa mit Hilfe von Bewegungsmeldern, wie die Sozialdezernentin Cornelia Wilkens erklärte.

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