Ungewöhnlicher Protest
Protest mit Tango: Münster tanzt gegen TTIP

Münster -

TTIP, CETA und TiSA sind Freihandelsabkommen, die Widerstand auf sich ziehen. Am Samstag (18. Juni) tanzen Tango-Fans auf der Stubengasse dagegen.

Dienstag, 14.06.2016, 11:06 Uhr

Protest mit Schwung: Mechtild Könemann bringt Jörg Rostek Tangoschritte bei.
Protest mit Schwung: Mechtild Könemann bringt Jörg Rostek Tangoschritte bei. Foto: bn

Tango , sagt Mechtild Könemann , ist in Elendsvierteln entstanden, unter Wirtschaftsverlierern. Warum dann nicht mit Tango protestieren? Am Samstag (18. Juni) werden Tanz-Paare auf der Stubengasse gegen das Freihandelsabkommen TTIP anschwofen.

Gestern demonstrierte Könemann ein paar Tangoschritte mit Jörg Rostek. Der Anti-TTIP-Aktivist hat 16 Gruppen zusammengebracht – von der KAB, über die SPD, die Grünen bis zur DKP. Sie eint die Ablehnung mehrerer Freihandelsabkommen, von denen TTIP in der Diskussion meist präsent ist. „Genauso schlimm“, sagt Rostek, „ist CETA.“ CETA ist ein Freihandelsabkommen mit Kanada, das bereits beschlossene Sache ist. Da viele amerikanische Firmen Dependancen im Nachbarland haben, können sie ihre Rechte auch über diesen Umweg einklagen.

Tango ist in Münster in den vergangenen Jahren zunehmend populär geworden. In drei Clubs wird vornehmlich am Wochenende zur Milonga geladen, der traditionellen Tanzveranstaltung.

Die Open-Air-Milonga am Samstag beginnt um 14 Uhr. Christian Vaccaro von Tango Pasion wird die Musik auflegen. Guillermo Nicolas Ortega Avilla wird mit Gitarre und Gesang für argentinische Originial-Töne sorgen.

Zwischendurch sind Polit-Talks geplant, etwa mit Kathrin Vogler, MdB der Linken, oder Ulrich Thoden vom SPD-Unterbezirk Münster.

Vorläufer gab es anderswo. Tangotänzer in Minden protestierten bereits gegen TTIP. In Berlin haben im vergangenen Jahr 200 Paare auf einer Brücke über der Spree getanzt. „Beim Tango“, sagt Mechtild Könemann, „darf man seinen Partner nicht aus der Achse bringen.“ Das aber geschehe bei TTIP.

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