Bürgerbegehren „Freier Sonntag Münster“
10.000 Unterschriften für die Sonntagsruhe

Münster -

Verschiedensten Gruppierungen haben sich zusammengetan, um mehr verkaufsoffene Sonntage in Münster zu verhindern. Dafür wollen sie 10.000 Unterschriften in der Stadt sammeln.

Dienstag, 05.07.2016, 11:07 Uhr

Gut zwei Dutzend Interessierte  kamen am Montagabend auf Einladung von Verdi-Bezirksgeschäftsführer Bernd Bajohr in den Konferenzraum des Gewerkschaftshauses.
Gut zwei Dutzend Interessierte  kamen am Montagabend auf Einladung von Verdi-Bezirksgeschäftsführer Bernd Bajohr in den Konferenzraum des Gewerkschaftshauses. Foto: Maria Conlan

„Da kommt jetzt wieder Dampf rein“, versprach Bernd Bajohr ( ver.di Bezirksgeschäftsführer) für den Kampf zur Sonntagsruhe am Montagabend. Gut zwei Dutzend Interessenten kamen auf seine Einladung in den Konferenzraum des Gewerkschaftshauses am Montagabend. Thematisiert wurde das Bürgerbegehren „Freier Sonntag Münster “. Neben Inhalt und Hintergrund erläuterte Rechtsanwalt Wilhelm Achelpöhler die rechtlichen Zusammenhänge des offiziellen Verfahrens. Ideen fürs weitere Vorgehen wurden zusammen getragen und Adressen von aktiven Unterstützern ausgetauscht.

Vor vierzehn Tagen beschloss der Stadtrat, weitere verkaufsoffene Sonntage in Münster für die nächsten drei Jahre zu genehmigen – zusätzlich zu den bereits bestehenden. Dagegen wehren sich die verschiedensten Gruppierungen einhellig von der Linken bis zur KAB, attac und Gewerkschaftsvertreter, SPD und TTIP-Gegner, Erwerbsloseninitiative sowie evangelische und katholische Kirche – und kamen zur Vorbesprechung.

Bajohr betonte die Bedeutung des Sonntags als Kulturgut und Symbol der Freiheit, zitierte Urteile vom Bundesverwaltungsgericht hierzu und erinnerte an Wahlversprechen der CDU. Pfarrer Ulrich Messing richtete an alle die Frage „Was ist uns der Sonntag noch wert?“ Meike Friedrich und Martin Mustroph unterzeichneten für den Evangelischen Kirchenkreis einen Appell gegen fortschreitende Kommerzialisierung der vorweihnachtlichen Zeit und für Auszeiten in einer immer lauteren, schnelleren und konsumorientierten Welt.

Sobald von der Stadt das Schreiben über die Kosten des Bürgerbegehrens vorliegt, beginnt die Initiative mit der Unterschriftensammlung. Voraussichtlich bis Mitte Juli müssen 10 000 Münsteraner das Begehren unterschreiben. Berechtigt dazu ist jeder wahlberechtigte EU-Bürger ab 16 Jahre. Danach muss sich der Rat erneut mit dem Thema beschäftigen. Hält er am Beschluss fest, kommt es zum Bürgerentscheid, wo alle Münsteraner aufgefordert werden, sich durch Abstimmung in Wahllokalen zum Thema zu äußern (wie bei der Namensänderung Schlossplatz und Entscheid zur Musikhalle).

Es bleibt spannend, was für die Münsteraner wichtiger ist: Sonntagsruhe oder Einkaufslust.

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