Bürgerbegehren
Verdi kämpft gegen verkaufsoffene Sonntage

Münster -

Verkaufsoffene Sonntage bleiben in Münster ein Streitfall: Am Mittwoch entscheidet der Rat, Verdi stellt ein Bürgerbegehren in Aussicht.

Dienstag, 05.07.2016, 11:07 Uhr

Die Debatte um verkaufsoffene Sonntage in Münster bekommt eine neue Dynamik: Mit einem Bürgerbegehren will die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi verhindern, dass künftig am zweiten Adventssonntag sowie am Hansemahl- und Herbstsend-Sonntag die Geschäfte öffnen. Einen Tag vor der Ratsabstimmung über die zusätzlichen Sonntagsöffnungszeiten bis 2019 stellte Verdi-Geschäftsführer Bernd Bajohr das Bürgerbegehren unter dem Motto „Freier Sonntag für Münster“ im Beisein von Kirchen-Vertretern vor.

„Wir haben nicht die Absicht, die Ratsmitglieder zu erschrecken“, erklärte Bajohr mit Blick auf die Entscheidung am Mittwoch. Aber angesichts der im Bündnisvertrag von CDU und Grünen getroffenen Vereinbarung für verkaufsoffene Sonntage sagte der Verdi-Vertreter: „Wir müssen den beiden zeigen: Das geht so nicht!“

Sollte der Rat den Weg für die Ausweitung des Sonntagsverkaufs freimachen, will sich am 23. Mai die von Verdi getragene Initiative für den freien Sonntag konstituieren. Binnen einer Sechs-Wochen-Frist sollen knapp 10 000 Unterschriften wahlberechtigter Münsteraner gesammelt werden. In diesem Fall, so Wilhelm Achelpöhler, Fachanwalt für Verwaltungsrecht, müsste der Rat in seiner Sitzung am 20. September entscheiden, ob er dem Ansinnen des Bürgerbegehrens Rechnung trägt. Hielte er an seinem Entschluss fest, kommt es zum Bürgerentscheid, bei dem alle Münsteraner aufgerufen sind, selbst über die verkaufsoffenen Sonntage zu entscheiden.

Diese sind Verdi seit jeher ein Dorn im Auge – zumal sie ausgeweitet würden und in der Regel nicht mehr Umsatz brächten, wie die für den Handel zuständige Gewerkschaftssekretärin Gabi Beuing betonte.

Ob die christlichen Kirchen das Bürgerbegehren offiziell unterstützen werden, ist noch nicht entschieden. Allerdings machte Pfarrer Dr. Jens Dechow deutlich, dass für die evangelische Kirche insbesondere der Adventssonntag eine hohe symbolische Bedeutung habe. Der Kommerzialisierung des Sonntags erteile man eine Absage. Es gehe um Selbstbesinnung. Auf den Stellenwert des arbeitsfreien Sonntags verwies Ulrich Messing, Geistlicher Beirat des Stadtkomitees der Katholiken.

Im vergangenen Jahr hatte es in Münster nach langen politischen Debatten erstmals einen verkaufsoffenen Adventssonntag gegeben.

 

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