Räumung der JVA Münster
Haftentlassenen-Projekt muss improvisieren

Münster -

Durch die plötzliche Räumung des Gefängnisses an der Gartenstraße ist auch der direkte Kontakt mit den Mitarbeitern des erfolgreichen Haftentlassenen-Projektes Chance verloren gegangen.

Mittwoch, 13.07.2016, 08:07 Uhr

Kümmern sich um Haftentlassene: Heike Clephas und Lothar Bardenhorst vom Projekt Chance haben quasi über Nacht den direkten Draht zu den Gefangenen vor Ort verloren.
Kümmern sich um Haftentlassene: Heike Clephas und Lothar Bardenhorst vom Projekt Chance haben quasi über Nacht den direkten Draht zu den Gefangenen vor Ort verloren. Foto: hpe

„Die JVA steht noch“ ist aktuell auf der Homepage des Gefängnisses an der Gartenstraße zu lesen. Dennoch hat die plötzliche Räumung wegen Einsturzgefahr tiefe Spuren hinterlassen auch bei denjenigen, die Gefangenen helfen, wieder festen Boden unter den Füßen zu bekommen.

Lothar Bardenhorst , zuständig für die Gewaltprävention beim Verein Chance, einem seit 20 Jahren erfolgreichen Haftentlassenen-Projekt in Münster , hat quasi über Nacht den Kontakt zu seinen Klienten verloren.

„Die Gespräche gingen tief rein ins Menschliche und die Betroffenen haben mir viel erzählt, weil sie Vertrauen hatten“, schildert Bardenhorst die Situation. Und es gelang ihm immer wieder, Menschen raus aus der Gewaltspirale zu holen. Ohne behördlichen Druck, sondern durch unzählige Gespräche und das Aufzeigen von Perspektiven für ein Leben Gewalt.

Das Gefängnis in Münster wird geräumt

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  • Am Donnerstagmorgen hat die Räumung der Justizvollzugsanstalt in Münster begonnen. Sie soll bis Freitagmittag beendet sein. Die Gefangenen werden mit Bussen abtransportiert.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Am Donnerstagmorgen hat die Räumung der Justizvollzugsanstalt in Münster begonnen. Sie soll bis Freitagmittag beendet sein. Die Gefangenen werden mit Bussen abtransportiert. Foto: Matthias Ahlke
  • Am Donnerstagmorgen hat die Räumung der Justizvollzugsanstalt in Münster begonnen. Sie soll bis Freitagmittag beendet sein. Die Gefangenen werden mit Bussen abtransportiert.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Am Donnerstagmorgen hat die Räumung der Justizvollzugsanstalt in Münster begonnen. Sie soll bis Freitagmittag beendet sein. Die Gefangenen werden mit Bussen abtransportiert.

    Foto: kb
  • Am Donnerstagmorgen hat die Räumung der Justizvollzugsanstalt in Münster begonnen. Sie soll bis Freitagmittag beendet sein. Die Gefangenen werden mit Bussen abtransportiert. Foto: Matthias Ahlke
  • Am Donnerstagmorgen hat die Räumung der Justizvollzugsanstalt in Münster begonnen. Sie soll bis Freitagmittag beendet sein. Die Gefangenen werden mit Bussen abtransportiert.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Am Donnerstagmorgen hat die Räumung der Justizvollzugsanstalt in Münster begonnen. Sie soll bis Freitagmittag beendet sein. Die Gefangenen werden mit Bussen abtransportiert. Foto: Matthias Ahlke
  • Am Donnerstagmorgen hat die Räumung der Justizvollzugsanstalt in Münster begonnen. Sie soll bis Freitagmittag beendet sein. Die Gefangenen werden mit Bussen abtransportiert.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Carsten Heim, Leiter der JVA Münster, wird interviewt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Am Donnerstagmorgen hat die Räumung der Justizvollzugsanstalt in Münster begonnen. Sie soll bis Freitagmittag beendet sein. Die Gefangenen werden mit Bussen abtransportiert. Foto: Matthias Ahlke
  • Am Donnerstagmorgen hat die Räumung der Justizvollzugsanstalt in Münster begonnen. Sie soll bis Freitagmittag beendet sein. Die Gefangenen werden mit Bussen abtransportiert.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Am Donnerstagmorgen hat die Räumung der Justizvollzugsanstalt in Münster begonnen. Sie soll bis Freitagmittag beendet sein. Die Gefangenen werden mit Bussen abtransportiert.

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    Foto: Matthias Ahlke
  • Carsten Heim, Leiter der Justizvollzugsanstalt Münster

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  • Foto: Jürgen Peperhowe
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„Wir bieten Berufsqualifizierung, besorgen in Münster bezahlbaren Wohnraum und kümmern uns um die Angehörigen“, sagt Heike Clephas , Fachberaterin Opferhilfe bei Chance. Insgesamt 508 Häftlinge mit Münster-Bezug werden betreut, jetzt sind sie auf einen Schlag landesweit in andere Gefängnisse verteilt worden. „Es wird lange dauern, bis die bewährten Strukturen wieder hergestellt sind. Auch die Angehörigen wissen oft gar nicht, wie sie jetzt ihre Besuche irgendwo im Land regeln können“, so Clephas. Besonders die Ungewissheit, wie es wo weiter geht, ist problematisch.

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„Wir bereiten die Haftentlassung passgenau für jeden Inhaftierten vor. das ist jetzt schwieriger und mit viel Reiserei verbunden“, so Clephas. Auch der Angehörigen-Treff ist vorläufig eingestellt. „Wir hatten eine gute Zusammenarbeit mit der JVA, jetzt folgt wohl eine lange Zeit der Improvisation“, befürchten Clephas und Bardenhorst.

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