Der Neue ist da
Tiger Fedor lebt jetzt in Münsters Zoo

Münster -

Wie gewöhnt man einen Tiger an ein neues Gehege? Diese Frage bestimmt in diesen Tagen den Alltag im Katzenhaus des Allwetterzoos. Am 5. Juli 2016 kam Fedor nach Münster. Seitdem versuchen Tierpflegerin Cari Fels und ihr Team, das Tier an die neue Umgebung zu gewöhnen. Nicht einfach, schließlich dürfen sie ihre Tiere niemals in den Arm nehmen . . .

Sonntag, 17.07.2016, 07:07 Uhr

Fedor ist der Neue im Allwetterzoo: Der zweijährige Tiger kam am 5. Juli 2016 aus dem niederländischen Amersfoort nach Münster. Carin Fels betreut ihn.
Fedor ist der Neue im Allwetterzoo: Der zweijährige Tiger kam am 5. Juli 2016 aus dem niederländischen Amersfoort nach Münster. Carin Fels betreut ihn. Foto: Gunnar A. Pier

Eigentlich, sagt Carin Fels , sind Katzen kaum bestechlich. Doch wenn die Tierpflegerin ums Außengehege geht, „Nely!“ ruft und ein Pfund Rindfleisch über den Zaun wirft, lässt sich die Tigerdame doch aus dem Schatten locken. Wenn das Tier auf sie reagiert, weiß Carin Fels, dass sie ihren Job gut macht. Sie leitet das Großkatzen-Revier im Allwetterzoo .

Wie gewöhnt man einen Tiger an ein neues Gehege? Diese Frage bestimmt in diesen Tagen den Alltag im Katzenhaus. Am 5. Juli wurde in Münster Tiger Fedor aus einer großen Transportkiste gelassen. Fedor ist zwei Jahre alt, also ein Tiger-Teenager, und stammt aus dem Zoo im niederländischen Amersfoort. Er ist der Neue.

Hysterische Panik zur Begrüßung

Die ersten Momente in der neuen Heimat hat er nicht gerade genossen. Fels beschreibt seine Stimmung als „hysterische Panik. Der ist durchgedreht.“ Kein Wunder: Drei Stunden lang hat er in der Transportbox gesteckt und nicht gewusst, was geschieht. Als sich die Klappe endlich öffnet, kommt er in ein fremdes Gehege, in dem es zudem nach einem anderen Tiger riecht, die Mutter ist nicht mehr in der Nähe. „Bis er mental angekommen ist, wird es vier bis sechs Wochen dauern.“

Besuch bei den Tigern im Allwetterzoo

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  • Tigerin Nely ist zehn Jahre alt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der Neue: Tiger Fedor kam am 5. Juli 2016 in den Allwetterzoo.

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  • Carin Fels leitet das Revier "Katzenhaus" im Allwetterzoo Münster.

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  • Der Neue: Tiger Fedor kam am 5. Juli 2016 in den Allwetterzoo.

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  • Tigerin Nely ist zehn Jahre alt.

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  • Tigerin Nely ist zehn Jahre alt.

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  • Der Neue: Tiger Fedor kam am 5. Juli 2016 in den Allwetterzoo.

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  • Carin Fels leitet das Revier "Katzenhaus" im Allwetterzoo Münster.

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  • Tigerin Nely ist zehn Jahre alt.

    Foto: Gunnar A. Pier
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  • Der Neue: Tiger Fedor kam am 5. Juli 2016 in den Allwetterzoo.

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  • Tigerin Nely ist zehn Jahre alt.

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  • Carin Fels leitet das Revier "Katzenhaus" im Allwetterzoo Münster.

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  • Der Neue: Tiger Fedor kam am 5. Juli 2016 in den Allwetterzoo.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tigerin Nely ist zehn Jahre alt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tigerin Nely ist zehn Jahre alt.

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  • Tigerin Nely ist zehn Jahre alt.

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  • Der Neue: Tiger Fedor kam am 5. Juli 2016 in den Allwetterzoo.

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  • Tigerin Nely ist zehn Jahre alt.

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  • Der Neue: Tiger Fedor kam am 5. Juli 2016 in den Allwetterzoo.

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  • Tigerin Nely ist zehn Jahre alt.

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  • Der Neue: Tiger Fedor kam am 5. Juli 2016 in den Allwetterzoo.

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  • Tigerin Nely ist zehn Jahre alt.

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  • Der Neue: Tiger Fedor kam am 5. Juli 2016 in den Allwetterzoo.

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Diese Geduld fällt Carin Fels leicht: Sie arbeitet seit über 30 Jahren im Zoo, seit 17 Jahren leitet sie das Revier mit Tigern, Leoparden, Geparden, Löwen, Wölfen und anderen verwandten Tieren. „Ich bin ein Katzentyp“, sagt sie. Warum? „Die Bewegungsabläufe faszinieren mich, die Tiere strahlen etwas Majestätisches aus.“

Den Hauskatzen sehr ähnlich

Dabei sind sie den niedlichen Hauskatzen so ähnlich: „Das ist erdgeschichtlich eine relativ junge Familie.“ Deshalb sind Tiger, Löwen und die Katze im Wohnzimmer vergleichsweise eng verwandt. Und so gibt es viele Gemeinsamkeiten in der Katzen- und Tiger-Haltung.

Knuddeln verboten

Eins aber ist grundlegend anders: Knuddeln verboten. So gut wie nie kann Carin Fels ihre Tiere berühren. Denn selbst wenn der Tiger sie nicht töten will: „Wenn 180 Kilo mich umarmen, bin ich platt.“ Da ist es schon eine Erwähnung wert, dass Tigerdame Nely sich mit der Hand füttern lässt – durchs Gitter. „Man muss bereit sein, die Tiere auf Distanz zu lieben“, sagt Fels. „Es muss mir genügen, etwas für die Tiere zu tun, nicht mit den Tieren.“

Das Europäische Erhaltungszuchtprogramm

Nachdem im Februar 2016 der Tiger Rasputin wegen eines Tumors eingeschläfert werden musste, machte sich der Allwetterzoo Gedanken über ein neues Tier, damit die verbleibende Tigerin Nely nicht allein bleibt. Bei der Suche nach einer geeigneten Großkatze hilft das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP). Ein für Tiger zuständiger Mitarbeiter in Großbritannien kennt die Tiere in europäischen Zoos und kann passende Exemplare empfehlen.

Geld fließt für den Wechsel dieser Tiere in der Regel nicht. Sie bleiben Eigentum des Zoos, in dem sie geboren wurden, und werden – rein rechtlich – als Dauerleihgabe abgegeben.

Eine Zucht ist in Münster übrigens nicht möglich, weil sich herausgestellt hat, dass ein Vorfahre von Amurtigerin Nely nicht reinrassig war. Damit gilt auch Nely nicht als reinrassig – da sind die Regeln streng. 

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Wichtig: Ruhe vermitteln

Deshalb ist es auch zunächst nicht einfach, dem neuen Tier bei der Eingewöhnung zu helfen. „Wir versuchen, ihm Ruhe und Sicherheit zu geben“, erklärt die Tierpflegerin. Sie bewegt sich in Fedors Nähe betont langsam, spricht beruhigend mit ihm und schaut ihm nicht in die Augen.

Carin Fels leitet das Revier "Katzenhaus" im Allwetterzoo.

Carin Fels leitet das Revier "Katzenhaus" im Allwetterzoo. Foto: Gunnar A. Pier

Feste Tagesabläufe sind wichtig. Fedor muss wissen, was wann geschieht. Er muss freiwillig mitmachen. Denn wenn der unbestechliche Tiger nicht kommt, kann Carin Fels ihn ja nicht einfach am Halsband packen und in den Käfig zerren . . .

Mehr zu Thema

Anfang Juli kam Fedor als Ersatz für Tiger Rasputin nach Münster. Mehr: hier .

Vorgänger Rasputin musste wegen eines Tumor eingeschläfert werden .

Traurige Berühmheit erlange Rasputin, als er im September 2013 einen Pfleger tötete .

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