Vereidigung im Islamischen Zentrum
Milad Karimi: Endlich richtiger Professor

Münster -

Nach Jahren des Wartens konnte am Islamischen Zentum der Universität Münster endlich der zweite Professor vereidigt werden: Milad Karimi. An dem Festakt nahm sogar NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft teil. 

Dienstag, 19.07.2016, 21:07 Uhr

Milad Karimi (4.v.l.) wurde nach vier Jahren endlich als Professor des Zentrums für islamische Theologie vereidigt. Seine (v.l.) Frau Nicole, seine Eltern, sein Sohn Nabi waren dabei. Prof. Mouhanad Khorchide, Leiter des Zentrums, und Uni-Rektorin Prof. Ursula Nelles freuen sich darüber.
Milad Karimi (4.v.l.) wurde nach vier Jahren endlich als Professor des Zentrums für islamische Theologie vereidigt. Seine (v.l.) Frau Nicole, seine Eltern, sein Sohn Nabi waren dabei. Prof. Mouhanad Khorchide, Leiter des Zentrums, und Uni-Rektorin Prof. Ursula Nelles freuen sich darüber. Foto: Matthias Ahlke

Es war eine „gute Gelegenheit“, wie Universitätsrektorin Ursula Nelles sagt – und damit stark untertreibt. Der Rahmen für die Vereidigung von Milad Karimi als Professor des Zentrums für islamische Theologie ist perfekt. Sogar die Ministerpräsidentin des Landes, Hannelore Kraft , ist am Dienstagnachmittag dabei.

Vier Jahre lang hatte der 37 Jahre alte, aus Afghanistan stammende Religionsphilosoph an der Universität Münster von Semester zu Semester mit Zeitverträgen gearbeitet, weil der in der Satzung des Zentrums verankerte islamische Beirat sich wegen interner Streitigkeiten nicht konstituierte – und damit seiner Berufung nicht zustimmen konnte.

Beides ist nun doch geschehen, „zu unserer aller Verwunderung“, wie Nelles sagt. So ist die Vereidigung ein großer Moment für Universität und Land, für die das Zentrum zur Ausbildung muslimischer Religionslehrer an staatlichen Schulen ein Herzensanliegen ist. Auch Milad Karimis Eltern, seine Frau Nicole und die beiden Kinder sind dabei, als der Professor auf die Verfassung des Landes schwört – mit dem Zusatz „so wahr mir Gott helfe“.

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft besucht Zentrum für islamische Theologie an der Universität Münster

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  • NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft besuchte am Dienstag das Zentrum für islamische Theologie an der Universität Münster. Foto: Matthias Ahlke
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  • NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft besuchte am Dienstag das Zentrum für islamische Theologie an der Universität Münster. Foto: Matthias Ahlke
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  • NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft besuchte am Dienstag das Zentrum für islamische Theologie an der Universität Münster. Foto: Matthias Ahlke
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  • NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft besuchte am Dienstag das Zentrum für islamische Theologie an der Universität Münster. Foto: Matthias Ahlke
  • NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft besuchte am Dienstag das Zentrum für islamische Theologie an der Universität Münster. Foto: Matthias Ahlke
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  • NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft besuchte am Dienstag das Zentrum für islamische Theologie an der Universität Münster. Foto: Matthias Ahlke
  • NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft besuchte am Dienstag das Zentrum für islamische Theologie an der Universität Münster. Foto: Matthias Ahlke
  • NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft besuchte am Dienstag das Zentrum für islamische Theologie an der Universität Münster. Foto: Matthias Ahlke
  • NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft besuchte am Dienstag das Zentrum für islamische Theologie an der Universität Münster. Foto: Matthias Ahlke
  • NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft besuchte am Dienstag das Zentrum für islamische Theologie an der Universität Münster. Foto: Matthias Ahlke
  • NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft besuchte am Dienstag das Zentrum für islamische Theologie an der Universität Münster. Foto: Matthias Ahlke
  • NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft besuchte am Dienstag das Zentrum für islamische Theologie an der Universität Münster. Foto: Matthias Ahlke
  • NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft besuchte am Dienstag das Zentrum für islamische Theologie an der Universität Münster. Foto: Matthias Ahlke
  • NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft besuchte am Dienstag das Zentrum für islamische Theologie an der Universität Münster. Foto: Matthias Ahlke

Vorher war im Festsaal der Universität das passiert, was nach Karimis Auffassung viel mehr in der Gesellschaft geschehen muss: Es wurde miteinander geredet – etwa 50 Studierende und Lehrende des Zentrums für islamische Theologie diskutierten mit der Ministerpräsidentin über Gott, die Welt – und über die Verständigung der Religionen an der Universität, die bald auf dem neuen Theologischen Campus stattfinden soll. „Wie läuft denn die Zusammenarbeit in den Seminaren, erzählen Sie mal“, forderte Kraft die Studierenden auf.

Magda Al Sibai, Tochter syrischer Eltern, die vor drei Jahren ihr Abitur am münsterischen Schlaun-Gymnasium gemacht hat und nun ein Lehramtsstudium unter anderem im Fach islamische Theologie absolviert, fand deutliche Worte: Die Diskussionen mit den Studenten der christlichen Theologie „sind die tollste Erfahrung“ ihres Studiums: „Wir diskutieren Gemeinsamkeiten und Unterschiede, etwa der Schöpfungsgeschichte. Dabei hört man einander zu.“ „Sogar die Araber mit ihrer temperamentvollen Diskussionskultur“, setzte eine andere Studentin unter allgemeinem Gelächter hinzu.

Überhaupt, es wurde oft gelacht bei dem lockeren Gespräch – auch wenn es stellenweise ernst wurde. Als ein junger Mann von Kraft forderte, die deutsche Politik möge die Muslime gegen die Gleichsetzung mit der Islamisierung verteidigen, betonte Kraft, dass „gerade die Religionsfreiheit unseren Staat stark macht“. Sie erwarte, „dass alle sich an den Wertekanon in der Demokratie halten“.

Dass Kinder muslimischer Familien durch gut ausgebildete Lehrer Zugang zu ihrer Religion finden und sich als Teil der Gesellschaft in Deutschland begreifen lernen – das ist für sie das wichtige Ziel des Zentrums an der Uni Münster . Dass es viele Hindernisse gebe und vieles lange dauere, so sagt sie später im Gespräch mit Journalisten, das nehme sie in Kauf: „Wir kommen voran, langsam.“

 

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