„Toni Erdmann“-Regisseurin Maren Ade im Schloßtheater
Lob für „außergewöhnlich schönes Kino“

Münster -

Bei einem Besuch in Münster stellte Maren Ade ihren Film „Toni Erdmann“ vor und nahm sich viel Zeit für die Besucher, um deren Fragen zu beantworten.

Sonntag, 24.07.2016, 20:07 Uhr

Prominenter Besuch im Schloßtheater: Maren Ade signiert am Sonntag ein Plakat ihres Films „Toni Erdmann“.
Prominenter Besuch im Schloßtheater: Maren Ade signiert am Sonntag ein Plakat ihres Films „Toni Erdmann“. Foto: Alexander Rüther

Sie schlüpfen in andere Rollen – und lernen sich neu kennen: Vater und Tochter. Dies ist das Thema des aktuellen Kinofilms „ Toni Erdmann “. Nach sieben Jahren schafft es Regisseurin Maren Ade , dass wieder ein deutscher Beitrag bei den Filmfestspielen in Cannes gezeigt wird. Am Wochenende besuchte die 39-Jährige das Schloßtheater im Kreuzviertel. Nachdem der 162 Minuten lange Film vorgeführt wurde, stand sie dem Publikum Rede und Antwort.

Münster ist unser letzter Stopp einer zehntägigen Reise durch den deutschsprachigen Raum. Vorgestern waren wir noch in Zürich und gestern in Düsseldorf. Dies ist für mich als Mutter manchmal etwas anstrengend, macht aber auch viel Spaß“, erzählt sie. In Münster war die in Berlin wohnhafte Maren Ade zuvor noch nie. Vielleicht gerade deshalb hat der erste Besuch im Schloßtheater bei ihr einen bleibenden Eindruck hinterlassen. „Wir waren in vielen unterschiedlichen Kinos, doch dieses ist außergewöhnlich schön. Vor allem die liebevollen Details gefallen mir gut.“

Besondere Freude habe sie während ihrer Reise beim Austausch mit dem Publikum gehabt: „Ich denke, während ich den Film mache, nicht daran, wie ihn das Publikum aufnimmt. Deshalb freuen mich all die positiven Reaktionen umso mehr. Früh kristallisierte sich heraus, dass mehr gelacht wird, als ich erwartet hatte. Der Film ist zwar ein Drama, allerdings auch eine Komödie.“

Auch die Zuschauer in Münster hatten die Chance zum Dialog mit der „Toni Erdmann“-Regisseurin. Jede der zahlreichen Fragen wurde detailliert beantwortet. So verriet Ade nicht nur ein alternatives Ende des Films, das sich mehr auf die weibliche Hauptperson fokussierte, sondern beschrieb auch den Entstehungsprozess der Handlung: „Eine Geschichte schichtet sich. Die Idee zu einer Familienkonstellation mit einem Vater, der durch Humor immer wieder den Bogen überspannt, und seiner Tochter, die er an die globalisierte Welt verloren glaubt, hatte ich schon länger. Ich habe an dem Drehbuch zwei Jahre geschrieben. In dieser Zeit und während des Drehs kamen immer wieder neue Gedanken hinzu.“

Auch die Länge des Films rechtfertigte die Berlinerin auf Nachfrage. „Natürlich habe ich darüber nachgedacht, den Film zu kürzen. Allerdings würde er dann zu sehr an Komplexität verlieren. Überraschende Momente brauchen eben die Ruhe vorher. Außerdem ist es schön, dass man sowohl die Per-spektive des Vaters als auch der Tochter einnehmen kann.“

Die Resonanz auf den Film selbst war ausschließlich positiv: Die schauspielerische Leistung wurde ebenso gelobt wie Schnitt und Kameraführung.

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