Asphaltbrücken auf Münsters Straßen
Geheimnisvolle Asphaltflicken

Münster -

Immer wieder tauchen an Bordsteinen kleine Asphaltflicken auf. Ein Unbekannter ist seit geraumer Zeit in der Stadt unterwegs und legt diese kleinen Brücken an. Die Stadt entfernt diese kleinen Hilfen für Radfahrer, denn sie möchte den Abfluss von Regenwasser gewährleisten.

Samstag, 30.07.2016, 14:07 Uhr

Die kleine Asphaltbrücke an der Windthorststraße hält sich schon länger und wird von Fahrradfahrern gerne genutzt.
Die kleine Asphaltbrücke an der Windthorststraße hält sich schon länger und wird von Fahrradfahrern gerne genutzt. Foto: Oliver Werner

Der Höhenunterschied zwischen Bordstein und Fahrbahn beträgt manchmal nur ein bis zwei Zentimeter, häufig aber noch viel mehr. Doch Fahrradfahrer sind sensibel, sie spüren fast jeden Huckel unter ihren Reifen. Ein geheimnisvoller Asphaltsponsor meint es seit geraumer Zeit gut mit den Leezenrittern in dieser Stadt. Das städtische Tiefbauamt betrachtet seine Idee auf den münsterischen Straßen aber eher skeptisch.

Immer wieder hinterlässt der Sponsor an vielen Bordsteinen quer Beet durch die Stadt seine Spuren und beschert den Fahrradfahrern eine saubere Auf- und Abfahrt. Mal ist plötzlich ein Asphaltflicken an der Windthorststraße aufgetaucht, dann legt der Gönner eine Rampe an einem Übergang der Promenade an.

Die Stadt beobachtet dieses Vorgehen. Das Tiefbauamt hat selbst keine Ahnung, wer dahinter stecken könnte. „Sobald wir einen Asphaltflicken feststellen“, sagt Mitarbeiter Ludger Niehoff , werde dieser Flicken auch wieder entfernt. Nicht ohne Grund, denn der Abfluss von Wasser darf nicht unterbrochen werden, sagt Niehoff. Die Flicken seien darum nicht Sache des Erfinders, so der städtische Mitarbeiter.

Die Zahl der Asphaltbrücken , die die Stadt inzwischen entfernt hat, vermag Ludger Niehoff aber nicht mehr zu sagen. Fest steht, dass der „Brückenbauer“ wohl schon längere Zeit seiner vornehmlich wohl nächtlichen Arbeit nachgeht. Und niemand weiß, wer es ist.

Für Fahrradfahrer in Münster ist es inzwischen schon ein Sport geworden, genau diese kleinen Brücken während der Fahrt zu erwischen, um locker vom Radweg auf eine Straße oder von einem Fußweg auf eine Fahrbahn zu wechseln. Aber auch Skater und Inliner nutzen die hürdenlosen Übergänge – wenn sie nicht schon vorher entfernt worden sind.  

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