Unglück am Dortmund-Ems-Kanal
Staatsanwaltschaft bestätigt: Mutter und Kind tot

Münster - Eine Familientragödie hat am Dienstagmorgen im Mauritz-Viertel stadtweit für Fassungslosigkeit und Entsetzen gesorgt. Eine 31-jährige Frau wurde tot aus dem Kanal geborgen. Ihr Kleinkind hatten Passanten zuvor ebenfalls im Wasser entdeckt. 

Mittwoch, 03.08.2016, 08:08 Uhr

Unglück am Dortmund-Ems-Kanal : Staatsanwaltschaft bestätigt: Mutter und Kind tot
Zwischen der Brücke Warendorfer Straße und der Anlegestelle des Akademischen Ruderclubs an der Weserstraße in Münster haben Taucher im Kanal ein lebloses Kleinkind und die Leiche einer Frau geborgen. Foto: Helmut P. Etzkorn

Um kurz vor 7 Uhr sahen Passanten auf dem Dortmund-Ems-Kanal im Bereich zwischen der Brücke Warendorfer Straße und Schleuse ein lebloses Kleinkind auf dem Wasser treiben. Noch während Polizei und Feuerwehr mit einem Großaufgebot anrückten, konnten ebenfalls alarmierte Anwohner das Kind an Land ziehen. Noch auf dem Leinpfad wurde die Reanimation eingeleitet. Es wurde nach der Weiterbehandlung durch den Notarzt in die Uni-Klinik gebracht. Dort kämpften Ärzte um das Überleben des Kindes. Einen Tag später dann die traurige Nachricht: Das kleine Mädchen ist an seinen schweren Verletzungen gestorben.

Nach Einschätzung von Einsatzleiter Dirk Hülsken von der Berufsfeuerwehr Münster muss das Mädchen über einen längeren Zeitraum an der Wasseroberfläche getrieben haben. Die Körpertemperatur war bereits auf 23 Grad gefallen.

Helfer entdecken verwaisten Kinderwagen am Ufer

Die auf dem Weg zum Einsatzort befindlichen Taucher sollten eigentlich schon wieder abbestellt werden, als plötzlich in Nähe eines Gestrüpps unweit des Bootshauses am Akademischen Ruder-Club ein verwaister Kinderwagen von den Helfern entdeckt wurde.

Die Feuerwehr vermutete nun eine zweite, erwachsene Person im Kanal und setzte sieben Taucher ein. Auch ein Sonarboot wurde zu Wasser gelassen. Als Verstärkung rückten wenig später auch Froschmänner der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft an.

Münster: Frau und Kind leblos in Kanal entdeckt

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  • Am frühen Dienstagmorgen sind eine tote Frau und ein lebloses Kleinkind im Kanal in Münster zwischen der Brücke Warendorfer Straße und der Anlegestelle des Akademischen Ruderclubs an der Weserstraße entdeckt worden.

    Foto: Helmut P. Etzkorn
  • Am frühen Dienstagmorgen sind eine tote Frau und ein lebloses Kleinkind im Kanal in Münster zwischen der Brücke Warendorfer Straße und der Anlegestelle des Akademischen Ruderclubs an der Weserstraße entdeckt worden.

    Foto: Helmut P. Etzkorn
  • Die Feuerwehr rückte mit Tauchern aus. Noch vor dem Eintreffen der Retter hatten Passanten das Kind aus dem Wasser gezogen.

    Foto: Helmut P. Etzkorn
  • Die Spurensicherung der Polizei nimmt ihre Arbeit auf.

    Foto: Helmut P. Etzkorn

Die Wasserschutzpolizei stoppte die Kanalschifffahrt zwischen Schleuse und Stadthafen, parallel dazu sperrten Polizisten das Areal rund um den Steg des Ruderclubs an der Weserstraße ab. Spurenermittler der Kripo Münster suchten nach weiteren Tatort-Hinweisen.

Fund einer Frauenleiche

Kurz vor 9 Uhr dann die traurige Gewissheit: In der Mitte des Kanals entdeckten Taucher eine weibliche Leiche, die später als Mutter des Kindes identifiziert werden konnte.

Die Feuerwehr beorderte eine Notfallbegleitung, die sich um die inzwischen an der Einsatzstelle eingetroffenen Verwandten kümmerte. Die Mutter wurde nur 31 Jahre alt.

Behörden schließen Fremdeinwirkung aus

Alle Sorge galt in den Folgestunden dem Kind. „Wir hoffen alle, dass es gerettet werden kann“, so der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft , Stefan Lechtape, am Dienstag. Weil die Behörden eine Fremdeinwirkung oder einen Unglücksfall ausschließen, gibt es auch keine weiteren Ermittlungen. Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte Lechtape am Mittwoch die traurige Nachricht, dass nun auch das Kleinkind bei der Tragödie ums Leben gekommen ist.

„Einfach eine große menschliche Tragödie“, so Dirk Hülsken. Die Feuerwehr war mit 35 Einsatzkräften und 20 Fahrzeugen zwei Stunden vor Ort aktiv. Nach der Bergung des Frauenleichnams wurden die Einheiten wieder zurückbeordert.

Die Möglichkeit, dass noch jemand in die Tragödie verwickelt sein könnte, wurde laut Feuerwehr ausgeschlossen, weil Angehörige vor Ort entsprechend befragt wurden.

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