Dirndl-Wettbewerb gewonnen
Ihr Dirndl ist preisgekrönt

Münster -

Die 21-jährige Thaísa Sardoux-Klasen ist glücklich: Mit ihrem Entwurf hat sie den Hallhuber-Dirndl-Wettbewerb gewonnen.

Dienstag, 09.08.2016, 12:00 Uhr aktualisiert: 09.08.2016, 12:11 Uhr
Die Modedesignerin in spe in ihrem selbst entworfenen Dirndl: Die 21-Jährige hat damit den Wettbewerb des Modehauses Hallhuber gewonnen.
Die Modedesignerin in spe in ihrem selbst entworfenen Dirndl: Die 21-Jährige hat damit den Wettbewerb des Modehauses Hallhuber gewonnen. Foto: privat

Fesch. Richtig fesch. Thaísa Sardoux Klasen öffnet die Tür – und ist ausgehfertig. Wenn doch bloß jetzt schon Oktoberfest wäre . . . Und obwohl es nun noch ein bisschen hin ist, die 21-Jährige hat doch schon mal ihr Dirndl angezogen. Perfekt, es sitzt wie angegossen. Und es ist ja auch nicht irgendein Dirndl: Thaísa hat es selbst entworfen, selbst genäht. Und es ist preis­gekrönt. Denn die junge Frau hat den Dirndl-Wettbewerb gewonnen, den das Münchener Mode-Unternehmen Hallhuber jährlich ausschreibt. Ihr Name steht in jedem Etikett des Modells, das es ganz aktuell in vielen Shops der Kette zu kaufen gibt.

„Allerdings mehr im Süden Deutschlands, in Österreich und in der Schweiz, leider nicht in Münster “, bedauert die zierliche Kinderhauserin ein wenig. Klar, alle ihre Freundinnen wollen ein echtes Thaísa-Modell tragen. Können sie auch: „Wir fahren natürlich los und schauen uns da um, wo es die Dirndl dann gibt.“

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Der Entwurf des Dirndls, Vorder- und Rückseite: Thaísa Sardoux Klasen hat diese Zeichnungen beim Wettbewerb ein­gereicht und sich durchgesetzt. Foto: privat

Ein Dirndl zu de­signen – das war eigentlich purer Zufall. Die 21-Jährige hat sich zur Schule für Modemacher in Münster angemeldet und ist dabei auf den Link für den Dirndl-Wettbewerb gestoßen. Und dann kommt noch am selben Tag eine Freundin vorbei, die das ebenfalls gelesen hat: „Da musste ich doch einfach mitmachen.“ Zu der Zeit steckt sie gerade mitten in einem Praktikum in der Werkstatt des Pelzhauses Mersmann in Albersloh: „Da haben mich die Kollegen sehr unterstützt, die waren alle mit angesteckt.“ So wie ihre ganze Familie. Thaísa hat brasilianische Wurzeln, ihre Mutter Ledir ist dort geboren.

Wer hat das schönste Dirndl?

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  • Foto: Ruediger Woelk
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Als dann nach drei Tagen schon Post aus München kommt, sie sei unter den ersten Fünf, und jetzt gehe es ans Online-Voting, da wird die ganze Verwandtschaft in Brasilien flott: „Die haben alle für mich gestimmt.“ Allerdings kenne man in Brasilien kein Dirndl: „Aber sie finden es cool, und meine Cousinen möchten auch eins haben.“ Und jetzt, wo sie gewonnen hat, natürlich erst recht.

Wir fahren natürlich los und schauen uns da um, wo es die Dirndl dann gibt.

Thaísa Sardoux Klasen

Für ihr eigenes Modell – in Größe 32 – hat die angehende Modedesignerin die Schürze in einem beeren­farbenen Seidentaft gearbeitet, das Kleid selbst ist mit einem zarten Rosenmuster bedruckt: „So wie es in Bayern an vielen Häusern gemalt und geschmückt ist.“ Die Familie, die in Münster am Deitersweg zu Hause ist, macht nämlich gern Urlaub in Bayern und fühlt sich dort auch fast wie zu Hause.

Thaísa sitzt gern an der Nähmaschine – „das war schon früher in den Ferien bei meiner Oma in Brasilien so“ – sie hat aber noch eine ganz andere Leidenschaft: Pole-Dance. Seit zweieinhalb Jahren trainiert die 1,50 Meter große Kinderhauserin mit Disziplin, aber vor allem mit großer Begeisterung. Und mit großem Erfolg. Sie ist nämlich die amtierende Deutsche Meisterin im Double- Pole-Dance. „Sport und Akrobatik, das ist eine tolle Kombination.“ Dass sie auch Mode für sich und ihre Pole-Dance-Kolleginnen kreiert, versteht sich da eigentlich ganz von selbst.

Die wichtigsten Oktoberfest-Regeln

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  • Die perfekte Frisur

    Ob Bauern- oder Fischgrätzopf, Haarkranz oder Flechtpony – zum Dirndl passt geflochtenes Haar. Klassisch und sowohl für schulterlange als auch für sehr lange Haare geeignet ist der Haarkranz. Für mehr Halt die Haare vorher eindrehen. Dann unter dem linken Ohr anfangen zu flechten. Dazu eine Partie Haare nehmen und diese in drei gleichgroße Strähnen aufteilen und die rechte über die mittlere Strähne legen. Dann eine Partie des oberen Haares abtrennen und unter dem einmal Geflochtenen zu der linken Strähne hinzunehmen und über die mittlere Strähne legen. Die dünne rechte, ehemalige mittlere Strähne über die dicke, ehemalige linke Strähne legen. Dieses „halbe“ Einflechten einmal rund um den ganzen Kopf durchführen. Die übrigen Haare zu einem normalen Zopf flechten, herumlegen, festecken, fertig. Super angesagt auch: ein Flechtkranz mit Undone Wellen und der Haarkranz als Fischgrätzopf geflochten und undone arrangiert.

    Auf dem Bild sind zwei junge Frauen in einem traditionellen Dirndl mit Flechtfrisur.

    Foto: Stoever
  • Schleifenregeln

    Die Ausrichtung der Schleife an der Schürze verrät den Beziehungsstatus der Trachtenträgerin: Sitzt die Schleife links, bedeutet das, die Frau ist ledig. Aber Vorsicht, nicht jede ledige Frau ist flirtbereit: Laut Brauchtum müssen auch Verlobte und Verliebte die Schleife noch links tragen. Sitzt die Schleife hingegen rechts, ist die Frau verheiratet. Über eine Schleife in der Mitte gibt es verschiedene Angaben. Die einen sagen, laut ungeschriebenen Regeln dürften Dirndlträgerinnen die Schleife nicht in der Mitte knoten. Andere sagen, eine Schleife in der Mitte bedeutet: Jungfrau. Schleife hinten: Verwitwet, Kellnerin – oder keine Ahnung von der Tradition, so bindet man eben auch die gemeine Küchenschürze.

    Das Foto zeigt eine der vielen Möglichkeiten für die Schleife. Über die genaue Bedeutung der einzelnen Positionen lässt sich streiten.

    Foto: colourbox.de
  • Münsterländer lieben Tracht

    Einen festen Dresscode gibt es auf dem Münchner Oktoberfest nicht. Alteingesessene verzichteten sogar meist auf den traditionellen Aufzug und gehen in Jeans und Pullover. Dafür gibt es einen guten Grund: Eine richtige Tracht kostet schnell einen vierstelligen Betrag. In Münster dagegen „wird mehr Tracht getragen als in München“, sagt Christian Wasmuth, Mitorganisator des münsterischen Oktoberfestes. 600 Kilometer vom Epizen­trum des Oktoberfest-Universums entfernt merkt allerdings auch niemand, wenn die Lederhose nicht aus echtem Hirschleder ist und man zur Lederhose eigentlich ein weißes Leinen- und kein Karohemd trägt.

    Das Foto zeigt den Wiesn-Chef Josef Schmid bei der Vorstellung des offiziellen Wiesn-Maßkrugs im August 2015.

    Foto: dpa
  • „Ziemlich nah dran am Original“ wollen die Macher des Oktoberfestes in Münster sein. Deshalb gibt es dort Bier einer bayrischen Brauerei, das in Originalmaßen serviert wird, also ab einem Liter. Die Preise sind auch fast wie auf der Theresienwiese: In Münster kostet eine Maß 9,80 Euro, in München 10,10 Euro. Anders als auf der Wiesn wird am Albersloher Weg schon vor dem Fassanstich (19.30 Uhr) am ersten Tag ausgeschenkt. Auch was die Musik angeht, werde in der Westfalenmetropole mehr aufgedreht. „Hier ist mehr Party und Lautstärke“, sagt Christian Wasmuth, Mitorganisator des münsterischen Oktoberfestes. Zu essen gibt es Schweinshaxe, Knödel, Brezeln, Hähnchen, Leberkäse und Weißwurst. Letztere essen Bayern übrigens morgens. So, wie einige auch schon um 9 Uhr im Bierzelt sitzen.

    Foto: Hidding Events
  • Obwohl die Besucherzahl jedes Jahr steigt (1980: 5,1 Mio./2014: 6,3 Mio.), sinkt der Verkauf der traditionellen Speisen. So reduzierte sich die Anzahl der verkauften Schweinswürstl von 360.734 (1985) auf 122.658 (2014). Auch Brathähnchen (Brathendl) wurden weniger verkauft (1985: 629.520 / 2014: 509.420).

    Das Foto zeigt den beliebten Imbiss auf dem Oktoberfest - die Brezel.

    Foto: dpa
  • Zum Oktoberfest gehört die Maß. Preislich hat sich seit 2002 (Anstieg von 6,30 bis 6,80 Euro) einiges getan. So bezahlt man in diesem Jahr auf den Wiesn für ein Maß Bier zwischen 10,10 Euro und 10,35 Euro.

    Schwere Angelegenheit - Kellner müssen auf dem Oktoberfest starke Arme haben.

    Foto: dpa
  • Top beim Oktoberfest:

    Sowohl Jung als auch Alt, Einheimische und internationale Gäste feiern gemeinsam und spätestens nach dem dritten Song tanzen alle auf den Bänken. Es herrscht viel Liebe zum Detail, wie beispielsweise bei den Frisuren der Frauen. Außerdem gibt es einfache Regeln, wie das Schleifebinden, die das Leben einfacher machen. Und mittlerweile kennen sich die Gäste immer besser mit den bayrischen Traditionen aus.

    Gute Stimmung gehört zum Oktoberfest wie die Maß Bier und die Trachten. Das Foto zeigt eine Gruppe junger Frauen auf den Wiesn im September 2010.

    Foto: dpa
  • Flop beim Oktoberfest:

    Sich beim Schuhwerk keine Mühe geben und in Turn- und Wanderschuhen zu kommen, statt in traditionellen Haferlsocken und -schuhen. Generell andere Klamotten über der Tracht tragen. Beim Alkohol über die Stränge schlagen oder mit dem Auto kommen.

    Foto: Theo Heitbaum
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