Wie geht es mit dem Gefängnis weiter?
Zwei-Drittel-Mehrheit für Erhalt

Münster -

Zwei Drittel unserer Leser sind gegen den Abriss der Justizvollzugsanstalt. Das hat eine nicht repräsentative Abstimmung auf unserer Homepage ergeben, an der sich bis Donnerstagabend mehr als 750 User beteiligten. Das Land würde das Denkmal hingegen gerne abreißen.

Donnerstag, 11.08.2016, 19:08 Uhr

Die ab 1848 errichtete Justizvollzugsanstalt – hier eine Ansicht von der Gartenstraße.
Die ab 1848 errichtete Justizvollzugsanstalt – hier eine Ansicht von der Gartenstraße. Foto: Matthias Ahlke

Das Votum ist eindeutig: Zwei Drittel der Leser unser Zeitung sind dagegen, dass das denkmalgeschützte Gefängnis an der Gartenstraße abgerissen wird. Sie fordern stattdessen, den ab 1848 errichteten Komplex, der nach Einschätzung des Landes zum Teil einsturzgefährdet ist, zu sanieren. Dies hat eine nicht repräsentative Umfrage unserer Zeitung im Internet ergeben, an der bis Donnerstagabend mehr als 750 User teilnahmen. Zudem äußerten sich viele Leser per E-Mail und telefonisch zu dem Thema.

„Dieser alte Baukomplex sollte unbedingt erhalten werden“, meint zum Beispiel Jürgen Schleusner . „Welche Stadt sonst kann so ein altes erhaltungswürdiges Gebäude aufweisen?“ Claus-Peter Kuehn hält eine Sanierung für sinnvoll. Er kann sich eine kulturelle oder museale Nutzung gut vorstellen. „Eine teilweise Entkernung und Nutzung als Büro- und Kleingewerbefläche wäre ebenso denkbar.“ Gabi Teschlade hält auch eine öffentliche Nutzung für möglich. „Es wäre eine Schande, wenn die JVA abgerissen würde“, meint Klaus Walden. „Insbesondere das Innere ist eine absolute Sehenswürdigkeit. Für den Erhalt der JVA würde ich auch auf der Straße demonstrieren.“

Für einen Abriss votiert David Schulz. Münster benötige dringend zentral gelegenen und bezahlbaren Wohnraum. Die Kosten für eine Sanierung wären nach seiner Einschätzung zu hoch. Erika Gericke fragt, warum das Land, dem die JVA gehört, nicht in den vergangenen Jahren zumindest Teile der Anlage saniert hat. „Jeder private Immobilienbesitzer muss seine Gebäude auch ständig sanieren, damit sie bewohnbar bleiben. Mir scheint, hier fehlt der Wille, eine gute Lösung zu finden.“ Anderer Ansicht ist Mirjan Reinspach: „Warum sollen Bürger für den Erhalt einer Immobilie viele Millionen aufwenden, die eigentlich vollkommen ungeeignet ist?“

Fotostrecke: So sieht es in dem geräumten Gefängnis aus

So sieht es in dem geräumten Gefängnis aus

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  • Einblick in ein leeres Gefängnis.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Das über 160 Jahre alte Gefängnis steht eigentlich unter Denkmalschutz.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Jetzt wird trotzdem über einen Abriss nachgedacht.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Sehen Sie im Folgenden Einblicke in das geräumte Gefängnis.

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Für Eugen Klaholz ist die JVA „ein Denkmal-Juwel“. „Ein solches Objekt kann man nicht einfach der Abrissbirne überantworten.“ Georg Bieger hat 30 Jahre in der JVA gearbeitet, er schwärmt vom „Flair“ der Anlage und ist ebenfalls für deren Erhalt. Prof. Michael Ulrich ist Bauingenieur und hat nach eigenen Angaben oft mit Kirchenkuppeln zu tun. „Es gibt Techniken, mit denen man die einsturzgefährdete JVA-Kuppel instand setzen kann“, sagt er. Hermann Kuhring vermutet, dass das Land über Jahrzehnte auf einen Abriss hingearbeitet hat und die JVA gezielt verfallen ließ. Nun ist auch er für einen Abriss – aus Kostengründen.

Fritz Fischer hat nach eigenen Angaben lange in der Bauverwaltung des Landes gearbeitet. Er ist für den Erhalt der JVA. Dem Land unterstellt er ebenfalls, ganz bewusst viele Jahre kein Geld mehr investiert zu haben, um das Gemäuer los zu werden.

„Sanieren, nicht abreißen“ – das meint auch Renate Rave-Schneider. „Münster sollte die alte Bausubstanz erhalten – und nicht noch mehr Gebäude in Glaskastenoptik errichten.“

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