Verkehrswegeplan sieht vordringlichen Bedarf
Warendorfer Straße: Auf Dauer vier Spuren

Münster/Telgte -

Die politische Planung zum vierspurigen Ausbau der B 51 n zwischen Münster und Telgte steht kurz vor dem Abschluss. Bis zur Verwirklichung können noch Jahre vergehen – Widerstand ist aber jetzt schon zu spüren.

Dienstag, 16.08.2016, 07:08 Uhr

So verhältnismäßig leer wie auf diesem Bild ist die Warendorfer Straße bei Handorf nur in den Ferien. Normalerweise stehen die Fahrzeuge hier Stoßstange an Stoßstange – und der Lkw-Verkehr wird in den kommenden Jahren wohl noch zunehmen.
So verhältnismäßig leer wie auf diesem Bild ist die Warendorfer Straße bei Handorf nur in den Ferien. Normalerweise stehen die Fahrzeuge hier Stoßstange an Stoßstange – und der Lkw-Verkehr wird in den kommenden Jahren wohl noch zunehmen. Foto: spe

In Telgte regt sich bereits Widerstand gegen das Projekt – in Münster hingegen nimmt die politische Diskussion über den geplanten vierspurigen Ausbau der Warendorfer Straße (B  51 n) zwischen Münster und Telgte gerade erst Fahrt auf.

Reinhold Sendker , CDU-Bundestagsabgeordneter aus Warendorf und stellvertretender Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Bundestag , stellte am Montagmorgen den Stand der Dinge im „Nobis Krug“ vor; eine Einladung der CDU Handorf für Anlieger der Warendorfer Straße. Fazit: Die politische Planung des Projekts steht kurz vor dem Abschluss, die technische Planung hingegen ist noch mit dem allerersten Vorentwurf beschäftigt.

„Vorgehen mit der Brechstange“

Sollte der Bundestag wie erwartet im Dezember darüber abstimmen, müsste das Land NRW noch die Initiative zur Durchführung ergreifen. Zehn Jahre, vielleicht auch 15 oder 20 werde der Ausbau noch dauern, meint Sendker.

Meinung

Die Stimmung im Nobis Krug: durchweg skeptisch. Von einem „Vorgehen mit der Brechstange“ sprach ein Teilnehmer, ein anderer warnte vor Staus an der Handorfer Straße und vor der Kanalbrücke; ein Unternehmer im Gewerbegebiet Gildenstraße befürchtet, hinter einer künftigen Lärmschutzwand nicht mehr wahrgenommen zu werden. Und immer wieder wurde die Idee ins Spiel gebracht, ob denn ein dreispuriger Ausbau nicht auch genügen würde . . .

Vielschichtige Problematik

Reinhold Sendker ist nicht dieser Ansicht. Die Warendorfer Straße sei der wichtige Abschnitt einer unentbehrlichen Ost-West-Trasse vom Münsterland nach Ostwestfalen, und der Verkehr werde in den kommenden 15 Jahren massiv zunehmen: „Wir verlieren Jahre, wenn wir die Dinge nicht vernünftig gestalten.“

Auch die münsterische Bundestagsabgeordnete Sybille Benning betonte, dass die Politik verpflichtet sei, Mobilität zu entwickeln. Flächenverbrauch, Lärmschutz, Emissionen, Ausgleichsflächen: „Wir wissen um die Problematik.“

Der CDU-Kreisvorsitzende Josef Rickfelder kündigte weitere Informationsveranstaltungen an. Es komme darauf an, die Anlieger rechtzeitig einzubeziehen: „Sie haben die Chance, Anregungen auf den Weg zu bringen.“ 

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