JVA Münster
Gefängnis: Doch nur Teilabriss?

Münster -

Das Land rückt von seiner Absicht, das Gefängnis komplett abzureißen, offenbar ab. Denkbar sei ein Teilabriss, Außenmauer und Eingangspforte könnten hingegen stehen bleiben, betonte der Bau- und Liegenschaftsbetrieb am Dienstag.

Dienstag, 16.08.2016, 10:08 Uhr

Der Eingangsbereich und die Außenmauer des Gefängnisses müssen nicht zwingend abgerissen werden, betont der BLB.
Der Eingangsbereich und die Außenmauer des Gefängnisses müssen nicht zwingend abgerissen werden, betont der BLB. Foto: Matthias Ahlke

Die Chancen, dass zumindest ein Teil des denkmalgeschützten Gefängnisses erhalten bleibt, scheinen zu steigen. Wie eine Sprecherin des Bau- und Liegenschaftsbetriebes (BLB) des Landes am Dienstag mitteilte, plane die Behörde lediglich, den sternförmigen Zellentrakt abzureißen. Die Außenmauer und die Eingangspforte könnten hingegen erhalten bleiben. Justizminister Thomas Kutschaty machte sich am Dienstag bei einem Besuch in Münster ebenfalls für einen Kompromiss zwischen dem Denkmalschutz und den Bedürfnissen des Landes stark.

Wie BLB-Sprecherin Rebecca Keller berichtet, hat ihre Behörde inzwischen zwei Gutachten, nach denen der sternförmige Zellentrakt einsturzgefährdet sein soll, an die Bezirksregierung übergeben. Deren Denkmalschützer würden nun an einem Sicherungskonzept für die betroffenen Gebäudeteile arbeiten. „Wir werden die geforderten Maßnahmen natürlich umsetzen“, so Keller.

Der BLB gehe nach wie vor davon aus, dass der Zellentrakt nicht saniert werden kann. Man werde daher in Kürze einen Antrag auf Abriss des sternförmigen Zellentraktes stellen. Gefängnismauer und Eingangsbereich seien nicht betroffen – „weil sie nicht einsturzgefährdet sind“, wie Keller betont.

 

Gefängnis in Münster wird geräumt

1/7
  • Die Justizvollzugsanstalt an der Gartenstraße in Münster muss innerhalb von 48 Stunden geräumt werden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Das über 160 Jahre alte Gebäude ist baufällig.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Am Donnerstagmorgen fährt der erste Bus auf das Gefängnisgelände.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die 513 Gefangenen sollen unter anderem nach Coesfeld und Krefeld gebracht werden

    Foto: Matthias Ahlke
  • Der Vermieter, der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW, hat dem Justizministerium am Mittwoch fristlos gekündigt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Aufgeschreckt durch ein selbst eingeholtes Rechtsgutachten hat der BLB die Kündigung ausgesprochen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • „Binnen 48 Stunden“ muss der ungewöhnliche Umzug stattfinden.

    Foto: Jürgen Peperhowe

 

Sollten die Denkmalschützer von Bezirksregierung und Landschaftsverband ihr Veto gegen den Abriss des mehr als 160 Jahre alten Zellentraktes einlegen und eine Sanierung des denkmalgeschützten Zellentraktes fordern, „dann werden wir uns von diesem Standort verabschieden“, betont die BLB-Sprecherin. In diesem Fall werde man das Gefängnis für die Vermarktung freigeben.

Minister Kutschaty wies derweil darauf hin, dass es aktuell 18 500 Haftplätze für 16 500 Inhaftierte in Nordrhein-Westfalen gebe. Teilweise seien die Haftanstalten aber sanierungsbedürftig. „Rein rechnerisch“, so der Minister weiter, sei eine JVA in Münster entbehrlich, gleichwohl lege die Landesregierung Wert darauf, dezentral Haftplätze vorzuhalten. Wegen der Nähe zum Landgericht gehe es in Münster nicht zuletzt um eine Haftanstalt für Untersuchungshäftlinge.

So sieht es in dem geräumten Gefängnis aus

1/61
  • Einblick in ein leeres Gefängnis.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Das über 160 Jahre alte Gefängnis steht eigentlich unter Denkmalschutz.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Jetzt wird trotzdem über einen Abriss nachgedacht.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Sehen Sie im Folgenden Einblicke in das geräumte Gefängnis.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke

Zum Hintergrund: Bis zur Räumung waren an der Gartenstraße rund 550 Häftlinge untergebracht. Bei einem Neubau an alter Stelle werden deutlich weniger Plätze bleiben, vermutlich rund 350, womit sich eine Differenz von 200 Plätzen ergibt.

Bislang war die Rede davon, dass das Land vor diesem Hintergrund in oder um Münster eine zweite, kleinere JVA realisieren würde. Jetzt deutete Kutschaty an, dass alternativ auch ein Erweiterungsbau an einer anderen Haftanstalt in Frage komme.

Die JVA Münster wird 160 Jahre alt

1/61
  •  

    Foto: Martin Kalitschke
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: Peperhowe
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: WN
  •  

    Foto: WN
  •  

    Foto: WN
  •  

    Foto: WN
  •  

    Foto: ahlke
  •  

    Foto: Mareike Lindemann
  •  

    Foto: Dar
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: ahlke
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: ahlke
  •  

    Foto: WN
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: Ahlke
  •  

    Foto: ahlke
  •  

    Foto: Dar
  •  

    Foto: Dar
  •  

    Foto: Dar
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: ms
  •  

    Foto: Markus J. Kuhlmann Albersloh
  •  

    Foto: ahlke
  •  

    Foto: Matthias Ahlke / -ah-
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: Stefan Rethfeld
  •  

    Foto: WN
  •  

    Foto: JVA münster
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: Matthias Ahlke
  •  

    Foto: LWL /Hartwig Dülbeg

Drei wesentliche Aspekte sprechen laut Kutschaty für die Gartenstraße: „Verfügbarkeit des Grundstücks, vorhandenes Planungsrecht, Akzeptanz des Gefängnisses in der Bevölkerung“.

Ein Verzicht auf die „große Lösung“ würde aber auch bedeuten, dass die von der Stadt Münster angedachte Anschlussnutzung des JVA-Geländes – Stichwort Wohnbebauung – wegfallen würde.

Ganz kurz ging Thomas Kutschaty auch auf die Frage ein, warum der zunächst ins Auge gefasste Standort für eine neue JVA auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Handorf vom Bundesverteidigungsministerium verworfen wurde. „Dieser Rückzieher, der auf höchste Ebene erfolgte, hat uns erstaunt.“

Eine Bewertung der Absage indes wolle er anderen überlassen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4233403?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F4847812%2F4847819%2F
Familie kämpft gegen Schimmel in gemietetem Haus
Klaus Baveld von „Menschen in Not“ begutachtet den Schaden.
Nachrichten-Ticker