Landtagswahlen 2017
Sternberg tritt nicht wieder an

Münster / Düsseldorf -

(Update 12:45 Uhr) Lange war gerätselt worden, am Wochenende hat der CDU-Landtagsabgeordnete Prof. Dr. Thomas Sternberg für Klarheit gesorgt: Der 64-Jährige wird bei der Landtagswahl im kommenden Jahr nicht erneut antreten. Das teilte Sternberg am Samstag in einem Schreiben an die Partei mit. Sternberg, der im November 2015 zum Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) gewählt worden war, hat die münsterische CDU seit 2005 im nordrhein-westfälischen Landtag in Düsseldorf vertreten.

Samstag, 20.08.2016, 15:08 Uhr

Landtagswahlen 2017 : Sternberg tritt nicht wieder an
Foto: Friso Gentsch

Als Grund für seinen Rückzug aus der Landespolitik führte Sternberg neben seinem Alter seine Aufgabe als ZdK-Präsident an. Diese erfordere „einen vollen Einsatz“, schrieb der CDU-Politiker auch unter den Verweis auf den 2018 in Münster geplanten Katholikentag. „Hinzu kommen familiäre Rücksichten.“

Bis zuletzt hatten dem Vernehmen nach führende CDU-Landespolitiker, darunter CDU-Fraktionschef Armin Laschet, versucht, Sternberg von einer erneuten Kandidatur zu überzeugen. Schließlich gilt der frühere Direktor der katholischen Bildungsakademie Franz-Hitze-Haus  als einer der profiliertesten Vertreter des konservativen und werteorientierten Lagers innerhalb der NRW-CDU. Vor dem Hintergrund der Landtagswahl 2017 wäre Sternberg deshalb ein wichtiger Pfeiler im Personaltableau der NRW-CDU gewesen.

In der laufenden Wahlperiode ist der Münsteraner, der 2012 das Direktmandat nicht verteidigen konnte und über die Liste ins Parlament eingezogen ist,  kultur- und medienpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. „Mir macht die Politik nach wie vor viel Freude“, heißt es in Sternbergs Schreiben. Im Moment bereite er einen Antrag zur parlamentarischen Befassung mit der Justizvollzugsanstalt Münster vor.

Wer für die CDU 2017 im Wahlkreis Münster-Süd antreten wird, ist derweil noch nicht klar.  Allerdings dürften potenzielle Bewerber schon in den nächsten Tagen ihr Interesse öffentlich machen, zumal am Montag bereits eine Sitzung des CDU-Kreisvorstands stattfindet. Als möglicher Sternberg-Nachfolger gilt unter anderem der Chef der CDU-Ratsfraktion, Stefan Weber . Er hatte zuletzt maßgeblich für das Zustandekommen des ersten Bündnisses von CDU und Grünen in Münsters Rat gesorgt.

Allerdings war Weber bei einer angestrebten Bundestagskandidatur 2013 von parteiinternen Heckenschützen persönlich diffamiert worden. Daraufhin hatte Weber auf eine Kandidatur verzichtet. Mit dem Schmieden eines schwarz-grünen  Bündnisses hat Weber sich inzwischen aber nachhaltig Respekt verschafft, wie zu hören ist. Wer die Sternberg-Nachfolge im Wahlbezirk in Münsters Süden antritt, trifft höchstwahrscheinlich auf NRW-Wissenschaftsminsterin Svenja Schulze (SPD) als Gegenkandidatin.

Im zweiten münsterschen Landtagswahlbezirk wird damit gerechnet, dass der CDU-Parteivorsitzende Josef Rickfelder seine erneute Kandidatur erklären wird. Er war bei der letzten Wahl dem SPD-Politiker Thomas Marquardt unterlegen. Allerdings ist Rickfelder parteiintern nicht unumstritten. Bei seiner letzten Wahl zum Vorsitzenden konnte er sich nur noch mit einem mäßigen Ergebnis behaupten. Aktuell machen Spekulationen über einen weiteren Bewerber aus der CDU-Ratsfraktion die Runde.

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