Neuer Rektor
Vom Pilgerhaus ins Canisiushaus

Münster -

20 Jahre lang leitete Pfarrer Ludger Bornemann ein Pilgerhaus am See Genezareth in Israel. Nun ist er nach Münster gezogen, um neuer Rektor der Kapelle des Canisiushauses zu werden.

Freitag, 26.08.2016, 12:08 Uhr

Der neue Rektor des Canisiushauses, Pfarrer Ludger Bornemann (r.), mit dem Leiter der Brüdergemeinschaft der Canisianer, Bruder Helmut Zech.
Der neue Rektor des Canisiushauses, Pfarrer Ludger Bornemann (r.), mit dem Leiter der Brüdergemeinschaft der Canisianer, Bruder Helmut Zech. Foto: kal

Von einer Oase der Stille in die nächste: 20 Jahre lang lebte Ludger Bornemann am See Genezareth ganz im Norden Israels, dort, wo die quirligen Küstenmetropolen und die Hauptstadt Jerusalem ganz weit weg sind. Bornemann leitete in dieser biblischen Landschaft, in der sich viele Spuren aus der Zeit Jesu finden, das Pilgerhaus im Örtchen Tabgha, wo einst die wunderbare Brotvermehrung stattgefunden haben soll.

Mittlerweile ist Bornemann 60 – und will sich fortan einer neuen Aufgabe stellen. In einer anderen „Oase der Stille“: Mit diesen Worten wirbt das Canisiushaus in der Aaseestadt, Heimat der Brüdergemeinschaft der Canisianer, auf seiner Homepage für sich. „Rektor und geistlicher Begleiter der Kapelle des Canisiushauses“: So heißt seine neue Funktion, in die er am Samstag (27. August) eingeführt wird, offiziell.

Die Canisianer sind ein Laienorden. Die derzeit 33 Mitglieder leben ehelos und arm und hören nur auf den Willen Gottes. Die Brüder arbeiten in sozialen und pastoralen Berufsfeldern (Altenpfleger, Erzieher, Pastoralreferent, Diakon, Priester) und versuchen so, den Zeichen der Zeit zu begegnen und die Menschen in ihrer Freude und Hoffnung, Trauer und Angst zu begleiten, berichtet der Leiter der Brüderschaft, Helmut Zech. Zielgruppe seien Menschen in Not – von Obdachlosen über Arme und Behinderte bis zu Kranken. Bornemann wird als Pfarrer unter anderem für die täglichen Messen, Stundengebete und Exerzitien zuständig sein, er will aber auch immer ein offenes Ohr für die Belange der Brüder haben, wie er betont.

„Die 20 Jahre in Israel sind eine gute Zeit gewesen“, versichert er. Allerdings nicht immer eine einfache. Christen bildeten in Galiläa eine Minderheit, und die Probleme zwischen Juden und Moslems, Israelis und Palästinensern sind bekannt. „In unserem Pilgerhaus haben wir versucht, Brücken zu bauen und Begegnungen zu ermöglichen, zu denen es sonst womöglich nicht gekommen wäre“, berichtet Bornemann. Dass er einen deutschen Pass habe, habe dies spürbar erleichtert.

In Münster hat er inzwischen eine Wohnung bezogen – nicht etwa im Canisiushaus, das nur wenige Minuten vom Aasee entfernt liegt. Sondern bei einem privaten Vermieter. „Etwas Abstand ist wichtig“, glaubt er.

Wo steht der Glauben heute, wie kann er den Menschen (wieder) näher gebracht werden? Das sind Fragen, die er bei seiner neuen Aufgabe in den Mittelpunkt stellen will. „Der Glaube ist ein großer Schatz, das muss deutlicher gezeigt werden“, ist er überzeugt.

Dass der christliche Glaube scheinbar immer weniger sichtbar ist, Kirchenbesuche nachlassen, all dies entmutigt ihn nicht: „Den Luxus der Resignation können wir uns nicht leisten“, sagt Bornemann und betont, dass dieser Satz nicht von ihm sei, sondern dass er ihn oft bei Juden, Christen und Moslems im Heiligen Land gehört habe.

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Sein Amt tritt er am Samstag (27. August), 10 Uhr, im Rahmen einer Heiligen Messe in der Kapelle des Canisiushauses, Canisiusweg 23, offiziell an.

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