Verkaufsoffene Sonntage
Pro und Contra: Bürgerentscheid im November

Münster -

Ist es gut, dass die Stadt Münster 342.000 Euro für den Bürgerentscheid zu den verkaufsoffenen Sonntagen ausgibt? Ein Pro und Contra... 

Freitag, 02.09.2016, 19:09 Uhr

Verkaufsoffene Sonntage : Pro und Contra: Bürgerentscheid im November
Verkaufsoffenaktion in Hiltrup Foto: cht

Pro

Demokratie kostet Geld

Von Klaus Baumeister

In der Tat: 342.000 Euro für einen Bürgerentscheid sind viel Geld. Aber ein Bürgerentscheid ist ein demokratisches Recht. Wer also die Ausübung eines demokratischen Rechtes nach den damit verbundenen Kosten bewerten möchte, der muss sich die Frage stellen, wie viel ihm die Demokratie wert ist.

Unser Staat erlaubt sich den Luxus, Bundes- und Landtagsabgeordnete als hauptberufliche Politiker ­ zu alimentieren. Darüber hinaus erlaubt sich jede Kommune den Luxus eines Sitzungsdienstes, damit ehrenamtliche Kommunalpolitiker über alle anstehenden Themen informiert werden und beraten können. Es gibt Aufwandsentschädigungen und Sitzungsgelder – alles Ausgaben, die man einsparen könnte.

Aber wollen wir das? Der Bürgerentscheid am 6. November ist der fünfte seit 1996. Fünf Bürgerentscheide in 20 Jahren – das hält eine Stadtgesellschaft aus. Mehr noch: Sollte die Stadt Münster nach dem 6. November beim Streitthema „Verkaufsoffene Sonntage“ endlich ihren Frieden finden, so wäre der Bürger­entscheid allemal richtig gut angelegtes Geld.

Contra

Unnötig und teuer

Von Ralf Repöhler

Dieser Bürger­entscheid ist unnötig wie ein Kropf – und kostet zudem den Steuerzahler über 300 000 Euro, was noch ärgerlicher ist. Verantwortlich dafür sind Verdi und die Gewerkschaftsmitstreiter, die mit ihrem Bürgerbegehren eine teure Klientelpolitik betreiben wollen. Ihr Dilemma dabei: Die vermeintliche Klientel fühlt sich nicht mal ausreichend angesprochen. Viele der im Einzelhandel Beschäftigten arbeiten durchaus gerne an verkaufsoffenen Sonntagen, weil sie sich über den Freizeitausgleich unter der Woche freuen. Für andere sind die Sonntage ein willkommener Zuverdienst mit in der Regel guten Zuschlägen.

So stellt sich in Zeiten von flexiblen Arbeitszeitmodellen und Online-Handel rund um die Uhr die Frage, wer gegen verkaufsoffene Sonntage ist. Die Kunden sicherlich nicht, die Einzelhändler erst recht nicht und die Angestellten nur bedingt. Verdi wird am 6. November ein Problem haben, die Münsteraner in die Wahllokale zu locken. Zumal dieser Bürger­entscheid keine Emotionen weckt. Das war bei den ­heißen Debatten über Hindenburgplatz und Musik­halle anders.

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