Politik in Münster
AfD: Mitglieder-Verlust wieder ausgeglichen

Münster -

In Münster hat die rechtspopulistische AfD nach eigenen Angaben steigende Mitgliederzahlen. Jetzt strebt man die Zahl von 100 an.

Montag, 05.09.2016, 18:26 Uhr aktualisiert: 05.09.2016, 19:02 Uhr
AFDler nach der Wahl im Mini-Bundesland McPomm. 
AFDler nach der Wahl im Mini-Bundesland McPomm.  Foto: dpa

Der Wahlerfolg in Mecklenburg-Vorpommern ließ am Sonntag den parteiinternen Streit in der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) kurz in den Hintergrund treten. Deren NRW-Landeschef Marcus Pretzell hatte sich bei der Landesversammlung in Soest tags zuvor nur mit Mühe und Not als Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2017 durchsetzen können. Gespalten sei die Partei, sagt Helmut Birke , Sprecher des münsterischen AfD-Kreisverbandes unter Verweis auf das Pretzell-Ergebnis. Gleichwohl hofft er auf ein sattes zweistelliges AfD-Resultat bei der NRW-Wahl im kommenden Mai. Zusammen mit sieben weiteren Delegierten aus Münster nahm Birke an der Kandidaten-Aufstellung in Soest teil.

Eigentlich habe man in Nordrhein-Westfalen leichtes Spiel, glaubt der Münsteraner. „Denn überall steht NRW ganz am Ende.“ Und da ist die umstrittene Flüchtlingspolitik: „Der Zustand ist untragbar“, meint der 62-jährige Diplom-Informatiker, der selbst mit einer Kandidatur für den Landtag liebäugelt. „Asylverfahren kann man sich sparen, die bleiben sowieso alle hier“, schlägt Birke sarkastische Töne an.

81 Mitglieder hat die rechtspopulistische Partei nach eigenen Angaben in Münster, angeblich vom Unternehmensberater bis zum Geringverdiener, auch enttäuschte ehemalige CDU-Mitglieder, unterrepräsentiert seien Frauen. Die Mitglieder-Delle infolge des Austritts des einstigen Bundessprechers Bernd Lucke sei wettgemacht, sagt Birke. Rund 25 Prozent der Mitglieder habe man aber in diesem Zug in Münster verloren.

Im Rat der Stadt sitzt für die AfD nur noch Martin Schiller. Anfangs gab es ob der 2,6 Prozent bei der Kommunalwahl 2014 sogar zwei Vertreter. Doch schon nach kurzer Zeit ging man im Streit über eine missratene Rede zur Kinderbetreuung auseinander.

Ratsherr Schiller will sich politisch nicht auf seine Kritik an der Flüchtlingspolitik reduzieren lassen. Gleichwohl äußert er sich fast bei jeder Gelegenheit dazu. Es sei ein Skandal, dass man in Münster Flüchtlingsunterkünfte „für nachweislich Ausreisepflichtige und Wirtschaftsimmigranten baue“, poltert er. Derlei pauschale Äußerungen isolieren ihn im Rat. Er sei „kein Nazi, kein Rassist“, betont Schiller. Er bezeichnet sich selbst als national und wertekonservativ, zählt sich zum Lager der Bundesvorsitzenden Frauke Petry.

In den Bezirksvertretungen Nord und Hiltrup verfügt die AfD über jeweils einen Mandatsträger.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4283836?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F4847812%2F4847817%2F
Nachrichten-Ticker